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Küste vor Südsizilien:Italien rettet Tausende Bootsflüchtlinge

Mehr als 2500 Flüchtlinge haben Italien erreicht - in 17 überfüllten Booten. Die Rettungsaktion dauert an.

Italien kämpft mit einer beispiellosen Zunahme von Flüchtlingen: Marine und Küstenwache hätten allein seit Donnerstag mehr als 2500 Menschen auf dem Mittelmeer gerettet, darunter Hunderte Frauen und Kinder, teilten die Behörden mit.

Die italienischen Schiffe kamen nach Angaben der Marine 17 überfüllten Flüchtlingsbooten vor der Küste Südsiziliens zur Hilfe. Der Rettungseinsatz dauere noch an.

Wegen des guten Wetters wagten besonders viele Flüchtlinge die Überfahrt von Nordafrika, erklärte die Küstenwache die drastische Zunahme der Bootsflüchtlinge. Über die Nationalität der Geretteten machten die Behörden keine Angaben. In der Vergangenheit haben besonders viele Syrer, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen sind, die Überfahrt nach Europa gewagt. Auch aus Eritrea kamen zuletzt viele Flüchtlinge, die dort dem Militärdienst entkommen wollen.

Bei der Rettungsaktion handelt es sich um einen der größten Flüchtlingsströme, seit Rom die Überwachung des Mittelmeerraumes verstärkt hat. Anlass war ein schweres Unglück im vergangenen Oktober, bei dem mehr als 400 Flüchtlinge vor Lampedusa ums Leben kamen. In diesem Jahr hat das südeuropäische Land schon mehr Flüchtlinge aufgenommen als im gesamten vergangenen Jahr. Damals kamen 40.000 Menschen.

Angesichts des vermehrten Zustroms dürfte in diesem Jahr auch die Höchstmarke von 62.000 Flüchtlingen übertroffen werden, die 2011 als Folge des Arabischen Frühlings nach Italien kamen. Die Aufnahmelager des Euro-Landes sind bereits überfüllt.

© Süddeutsche.de/Reuters/dpa/ipfa/hai
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