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Kriminalität:Straffälliger US-Teenager in Mexiko gefasst - sein Anwalt nennt ihn "wohlstandskrank"

Er tötete vier Menschen, weil er betrunken in eine Menschenmenge raste. Sein Verteidiger sagt, schuld seien nur die Eltern, die ihn zu sehr verwöhnt hätten.

Ein zur Bewährung verurteilter US-Teenager ist nach Mexiko geflohen und dort von der Polizei gefasst worden. Der 18-Jährige und seine Mutter seien am Montagabend (Ortszeit) in dem Ferienort Puerto Vallarta an der Pazifikküste aufgegriffen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des mexikanischen Staates Jalisco mit.

Der Jugendliche war zu zehn Jahren auf Bewährung verurteilt worden, weil er im Sommer 2013 volltrunken mit einem schweren Geländewagen in eine Gruppe Menschen gerast war und dabei vier Personen getötet hatte.

Der Fall erregte auch deshalb Aufsehen, weil ihn die Verteidigung im Prozess als "Wohlstandskranken" darstellte, der von seinen Eltern verwöhnt und verantwortungslos gemacht worden sei.

Vor knapp drei Wochen war der 18-Jährige nicht zu einem Bewährungstermin erschienen und wurde für 5000 Dollar (etwa 4500 Euro) Belohnung zur Jugendfahndung ausgeschrieben.

Der junge Mann habe sich Haare und Bart gefärbt und sei mit seiner Mutter in einer abgelegenen Gegend des mexikanischen Ferienortes abgestiegen. Der Sheriff des Bezirks Tarrant in Texas sagte jetzt, der junge Mann habe sich wohl schon im November aus dem Staub gemacht. Damals sei ein Video aufgetaucht, auf dem er Alkohol trank und damit gegen die Bewährungsauflagen verstieß. Das hätte ihm zehn Jahre Gefängnis einbringen können.

Er habe das Verschwinden mit seiner Mutter offenbar schon länger geplant und mit ihr sogar eine Art Abschiedsfeier gegeben. Gegen seine Mutter sei Haftbefehl wegen Behinderung der Justiz beantragt worden, sagte der Sheriff.