bedeckt München 13°

Japan nach der Atom-Katastrophe:Ehemalige Fukushima-Führungskräfte sollen angeklagt werden

aerial

Die Atomanlage Fukushima Dai-ichi nahe der japanischen Stadt Okuma im Jahr 2013.

(Foto: AP)
  • Im ersten Strafprozess um die Nuklearkatastrophe in Fukushima sollen drei ehemalige Führungskräfte des Kraftwerks angeklagt werden.
  • Niemand wurde bisher für das Unglück zur Verantwortung gezogen.
  • Das Atomkraftwerk war im März 2011 nach einem Erdbeben mit Tsunami havariert.

Erster Strafprozess im Zusammenhang mit Katastrophe

Wegen des Atomunglücks im japanischen Fukushima sollen drei ehemalige Führungskräfte des Kraftwerks angeklagt werden. Das entschied ein aus Bürgern besetzter Rechtsausschuss. Damit ist der Weg frei für den ersten Strafprozess im Zusammenhang mit der Katastrophe.

Unzureichende Beweise

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft zwei Mal die Einleitung von rechtlichen Schritten gegen die Männer abgelehnt. Zur Begründung wurden unzureichende Beweise und eine geringe Chance für eine Verurteilung genannt. Allerdings waren in der Öffentlichkeit zunehmend die engen Beziehungen zwischen Regierung, Aufsichtsbehörden und Akw-Betreibern kritisiert worden.

Dabei hatte es Meinungsverschiedenheiten gegeben, wer Verantwortung für die Atomkatastrophe nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011 übernehmen sollte. In einem Parlamentsbericht wurde das Atomunglück als von Menschen gemachte Katastrophe eingestuft, die auf die japanische Kultur eines "reflexhaften Gehorsams" zurückzuführen sei. Zur Verantwortung gezogen wurde bislang allerdings niemand.

Das Atomunglück in Fukushima

Erdbeben und Tsunami kosteten etwa 18 000 Menschen das Leben. Durch das Atomunglück verursachte Todesfälle gibt es nach der offiziellen Statistik nicht. Zehntausende Anrainer mussten die Gegend jedoch verlassen, viele dürfen wegen der hohen Strahlenwerte nicht zurückkehren. Das Atomkraftwerk war nach der Naturkatastrophe havariert, es war das schlimmste Atomunglück in der Geschichte Japans.

© afp/frdu/fie
Zur SZ-Startseite