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Indien:Gute Yogis kommen schneller aus dem Gefängnis

In einem Gefängnis in Indien gibt es eine ungewöhnliche Möglichkeit, die Haft zu verkürzen.

Ob die Häftlinge im indischen Yerwada-Zentralgefängnis auch "Lokah samastah sukhino bhavantu" singen? In deutschen Yoga-Studios gehört das Mantra zum Standardrepertoire. Es heißt: Mögen alle Lebewesen glücklich und frei sein. Letzteres könnte für die Gefangenen nach mehrmaligem Singen des Mantras tatsächlich wahr werden: Frei sein.

Die indischen Gefängnisaufseher im Bundesstaat Maharashtra haben sich einen neuen Weg überlegt, wie die Insassen eine Haftverkürzung erreichen können: Yoga. Häftlinge, die einige der traditionellen indischen Übungen lernen und ihre Kenntnisse in einer Prüfung nachweisen, können bis zu drei Monate früher entlassen werden, sagte der zuständige Gefängnisdirektor Bhushankumar Upadhyay. Die Dauer der Haftverkürzung richte sich danach, wie die Häftlinge in der Prüfung abschneiden.

Upadhyay sagte, das Programm solle das geistige und körperliche Wohlbefinden verbessern helfen. "Yoga hat sich als positiv für die Harmonisierung unserer geistigen und körperlichen Energie erwiesen. Es hat eine große Rolle bei der Bildung der Seele gespielt", sagte der Gefängnisdirektor.

Der indische Premierminister Narendra Modi propagiert Yoga seit seinem Amtsantritt im Mai 2014. Modi, ein nationalistisch geprägter Hindu, richtete dafür sogar ein eigenes Ministerium ein und führte kostenlose Yoga-Kurse für die drei Millionen Staatsbediensteten und ihre Familien ein.

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