Grammy Awards:Madonna zeigt ihren Hintern

57th GRAMMY Awards - Arrivals

Madonnas Rückseite in Netz bei den Grammys 2015.

(Foto: AFP)
  • Madonna hat vor der Grammy-Verleihung auf dem Roten Teppich ihren fast nackten Hintern gezeigt.
  • Der eigentliche Skandal: Das scheint manche Leute auch in Jahr zwei nach Miley Cyrus' nacktem Abrissbirnen-Ritt noch zu schockieren.

Was ist passiert?

Madonna hat vor Beginn der Grammy-Verleihung auf dem Roten Teppich ihren Po präsentiert. Eigentlich war ihr Givenchy-Dress für die Verhältnisse der 56-Jährigen geradezu züchtig - bis sie ein Stück Stoff lüpfte und ihren dürftig in Netzstrumpfhosen verpackten Hintern präsentierte. Das sorgte für Schlagzeilen.

Warum interessiert uns das?

Fragen wir uns auch. Ist Madonnas nackter Hintern im Jahr 2015 nicht der sprichwörtliche Sack Reis, der in China umfällt? Haben wir nicht schon alles gesehen, was die Sängerin zu bieten hat? In den Achtzigern räkelte sich Madonna in nichts als einer Korsage mit Trichter-BH und einem winzigen goldenen Slip auf der Bühne. Später turnte sie im hautengen Sportbody durch einen Ballettsaal.

2011 versteigerte das New Yorker Auktionshaus Christies ein Bild der Sängerin aus früheren Jahren, das wirklich alles zeigt. Dann ließ sie für das Magazin The Interview ihre nackten Brüste ablichten, von denen man zumindest die rechte schon wenige Monate zuvor bei einem Konzert in Istanbul bewundern durfte.

Hätte Madonna ihren Po 1980 in die Kameras gehalten, wäre das einen kleinen Skandal wert gewesen. Aber jetzt, wo uns Nacktheit aus allen Ecken entgegenspringt? Erscheint die Aufregung fehl am Platz.

Warum reden trotzdem alle über Madonna?

Wahrscheinlich, weil sich der Rest der Grammy-Belegschaft in diesem Jahr in Sachen Nacktheit auf bodentiefe Dekolletés beschränkte. Kim Kardashian, die unlängst androhte, mit einem Bild ihrer nackten Hinterseite das Internet zum Zusammenbruch zu bringen, trug eine Art goldenen Bademantel, der vorne zwar nicht ganz korrekt gebunden war, aber dennoch vergleichsweise wenig Haut zeigte.

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Kim Kardashian im Luxus-Bademantel.

(Foto: AFP)

Miley Cyrus, die 2013 ein ganzes Musikvideo lang nackt auf einer Abrissbirne ritt, erlaubte durch ein paar neckische Cut-Outs Einblicke, die nicht der Rede wert waren. Und Rihanna, auf die in Sachen Freizügigkeit normalerweise Verlass ist, trug einen wallenden Prinzessinnentraum in Pink, aus dem oben nur noch Kopf und Schultern ragten.

Rihanna

Rihanna in pinkem Tüll.

(Foto: AP)

Wahrscheinlich liegt es also an den Begleitumständen, dass Madonna nun Thema ist: Wenn die Kolleginnen derart brav daherkommen, wird ein entblößter Hintern vom Sack Reis schnell zum Strohhalm. Ein alter bekannter Strohhalm zwar. Aber einer, der knackig genug ist, dass sich auch Leute, die ohne regelmäßigen Nackt-Skandal keinen Lebensinhalt mehr haben, mit ihrer Sensationslust daran klammern können.

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