Gasaustritt in Bergwerk:Arbeiter stirbt bei Grubenunglück

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Giftige Gase haben einem Arbeiter in einem Kalibergwerk im niedersächsischen Wunstorf das Leben gekostet. Bei Bohrarbeiten wurde Schwefelwasserstoff freigesetzt. 26 Kumpel wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Bei einem Grubenunglück in einem Kaliwerk bei Hannover ist ein 34 Jahre alter Bergmann durch giftige Gase getötet worden, weitere Arbeiter wurden verletzt. Nach Angaben des Kalibergwerks Sigmundshall in Wunstorf wurden 26 Kumpel vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestehe nicht, drei Männer hätten die Klinik bereits wieder verlassen können, sagte ein Sprecher.

Kalibergwerk Sigmundshall

Flagge auf Halbmast: das Kalibergwerk Sigmundshall in Wunstorf am Morgen nach dem Unglück.

(Foto: dapd)

Der Unfall ereignete sich in der Nacht zu Donnerstag bei Bohrarbeiten in etwa 1200 Meter Tiefe. Ein Expertenteam des Landesbergamts untersuchte am Morgen den Unglücksort. Vermutlich hatten die Bergleute versehentlich eine Gasblase mit Schwefelwasserstoff im Salz angebohrt und die giftigen Stoffe eingeatmet. Der Getötete war seit sechs Jahren im Unternehmen.

Im Bergwerk ruhen nach Angaben des Unternehmenssprechers die Arbeiten. Der Stollen werde mit Frischluft versorgt und Proben würden genommen. "Es sieht aber derzeit so aus, als ob es sich nicht um einen schweren Gasaustritt handelt", sagte der Sprecher. Sicherheit könnten aber nur die Untersuchungen der Proben bringen. In der 114-jährigen Geschichte des Werks habe es noch nie einen Unfall dieser Art mit Gasaustritt gegeben, sagte der Sprecher. 2009 hatte sich ein Grubenbrand ereignet.

Das Kaliwerk Sigmundshall hat nach seinen Angaben circa 850 Beschäftigte, davon etwa 500 Bergleute. Das unter Tage geförderte Salz wird in der dazugehörenden Fabrik zu Kali - also Düngemittel - verarbeitet. Es ist das einzige aktive Kaliwerk in Niedersachsen. Die K+S Kali GmbH gehört zum Düngemittel- und Salzhersteller K+S, der in Deutschland den Angaben zufolge vier Kalibergwerke betreibt.

Im vergangenen Monat war ein Bergmann bei einem Arbeitsunfall in der Grube getötet worden. Damals hatten sich Gesteinsbrocken von der Seite gelöst und den Kumpel verschüttet.

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