Fabrikeinsturz in Bangladesch Hilfsfonds fehlen noch mehr als 30 Millionen US-Dollar

Mehr als 1000 Menschen starben, als in Bangladesch eine Textilfabrik einstürzte. Für die Angehörigen gibt es jetzt einen Entschädigungsfonds - laut einer Hilfsorganisation lassen sich deutsche Textilfirmen mit der Einzahlung aber Zeit.

Als die Textilfabrik in Bangladesch im April 2013 in sich zusammensackte, kostete das 1100 Menschen das Leben. Noch nach Wochen wurden immer mehr Tote aus den Trümmern gezogen. Elf Monate später können die Überlebenden und Hinterbliebenen Entschädigung beantragen. Die ersten 22 Anträge wurden jetzt den zuständigen Beamten übergeben. Einer von ihnen sagte, das Geld solle in drei bis vier Monaten ausgezahlt werden; 3600 Menschen hätten Anspruch darauf.

Die Entschädigungen sollen aus einem Fonds von 40 Millionen US-Dollar kommen, in den westliche Textilunternehmen einzahlen und der von der Internationalen Arbeitsorganisation (Ilo) koordiniert wird.

Deutsche Firmen, die im eingestürzten Komplex Rana Plaza Kleider nähen ließen, hätten bisher allerdings nichts in den Fonds eingezahlt. Das beklagt die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), die sich für Arbeiterrechte in der Textilindustrie einsetzt. Das internationale Bündnis in Berlin erklärte, die Unternehmen Adler Modemärkte, NKD, Kids for Fashion und Güldenpfennig hätten bislang kein Geld überwiesen. KiK gebe an, in den Fonds eingezahlt zu haben, doch sei dies bisher von der Ilo nicht bestätigt worden.

In dem Fonds fehlten noch mehr als 30 Millionen der angestrebten 40 Millionen Dollar, mahnte die CCC. Ohne "substantielle Beiträge" der deutschen Firmen "sind die Entschädigungen der Verletzten und Hinterbliebenen gefährdet".

Das schlimmste Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs hatte sich vor knapp einem Jahr am Rande der Hauptstadt Dhaka ereignet. Durch die Tragödie gerieten die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter in dem südasiatischen Land auch international stark in die Kritik.