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Ermittlungen in Leipzig:Michelle "mit hoher Wahrscheinlichkeit" tot

Drei Tage nach dem spurlosen Verschwinden der achtjährigen Michelle ist eine Leiche gefunden worden - die Polizei geht vom Schlimmsten aus.

Drei Tage nach dem spurlosen Verschwinden der achtjährige Michelle ist im Südosten Leipzigs ein Leichnam gefunden worden. Der leblose Körper wurde von einem Spaziergänger entdeckt, sagte Polizeisprecherin Babette Faust. Am Nachmittag verdichteten sich die Hinweise, dass keine Hoffnung mehr für das Mädchen besteht: Aufgrund der Kleidung der geborgenen Leiche handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Michelle, sagte ein Polizeisprecher.

Seit Montag vermisst: die achtjährige Michelle.

(Foto: Foto: AP)

Ein Mann habe die Tote gegen 12.45 Uhr am Rande eines Teiches im Stötteritzer Wäldchen in der Nähe von Michelles Schule gefunden, sagte Faust. Das Gelände sei weiträumig gesperrt worden. Experten der Polizei seien zur Spurensicherung vor Ort.

Die Eltern hatten Michelle am Montagabend als vermisst gemeldet. Sie war am Montag nicht von der Ferienbetreuung aus der Grundschule nach Hause zurückgekehrt. Eine Sonderkommission mit bis zu 150 Polizisten und Spezialisten suchte seit Dienstagfrüh nach dem Mädchen. Zum Einsatz kamen auch Spürhunde, eine Reiterstaffel und ein Hubschrauber. Die Ermittlungen konzentrierten sich hauptsächlich auf die beiden Stadtteile, die an Schule und Wohnung des Mädchens grenzen.

Aus der Bevölkerung hatte es zahlreiche Hinweise gegeben. So will ein Mitschüler Michelle vor ihrem Verschwinden am Montag mit einem Fremden auf einer Parkbank gesehen haben. Die Polizei ging nach eigenen Angaben auch der Aussage einer Schulfreundin von Michelle nach. Die Achtjährige soll kurz vor ihrem Verschwinden gesagt haben, dass sie noch einmal zu "L." gehe. Ein Polizeisprecher sagte, es sei aber bislang vollkommen unklar, wer oder was "L." sei.

Darüber hinaus überprüfte die Polizei einschlägig vorbestrafte Triebtäter, die in dem Stadtteil gemeldet sind. Im Februar 2007 hatte der Fall Mitja in Leipzig für Aufsehen gesorgt. Ein vorbestrafter Sexualstraftäter hatte den Neunjährigen entführt, missbraucht und anschließend umgebracht.