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Der Mord an Sharon Tate:"Das war nicht nett"

40 Jahre nach dem brutalen Mord an Sharon Tate, der hochschwangeren Frau von Roman Polanski, hat die todkranke Täterin nun gestanden. Sie will ihre Freilassung aus dem Gefängnis erwirken.

Es ist eines der ganz großen Rätsel von Hollywood: Warum hat der Kreis um Charles Manson, die "Family", vor 40 Jahren die wohl schönste Schwangere der Welt - Sharon Tate - umgebracht? Eine definitive Antwort gibt es bis heute nicht. Das Puzzle könnte sich aber langsam zusammensetzen. Denn: Eine Frau aus dem Kreis um Charles Manson hat jetzt gestanden, die im achten Monat schwangere Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski getötet zu haben.

Sie war jung, sie war schön, sie war berühmt und sie war schwanger: Sharon Tate wurde vor 40 Jahren von Anhängern Charles Mansons ermordet.

(Foto: Foto: AFP)

Die Mörderin heißt Susan Atkins. Heute, 40 Jahre nach der Tat, ist sie 61 Jahre alt. Damals ist sie Charles Manson gefolgt. Nicht nur auf den zweitägigen Horrortrip, der sieben Menschen das Leben kostete - und damit die Bewohner der Metropole Los Angeles in Angst und Schrecken versetzte. Das, was die Gruppe getan hat, würde man heute Amoklauf nennen. Charles Manson, Leslie van Houten, Patricia Krenwinkel, und Charles Watson sind dafür zunächst zum Tode verurteilt worden. Die Todesurteile wurden im Jahr 1972 in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Susan Atkins ist noch immer im Gefängnis - sie ist sterbenskrank. Sechs Monate haben ihr die Ärzte noch gegeben. Ein Hirntumor hat bereits zu erheblichen Lähmungen ihres Körpers geführt. Wie CNN.com berichtet, ist Susan Atkins zu 85 Prozent gelähmt und nicht mehr in der Lage, sich selber aufzurichten. Sie sitzt im Rollstuhl.

Über ihre Tat äußert sie sich auf ihrer Website so: "Das ist die Vergangenheit, mit der ich leben muss, und ich muss jeden Tag damit leben. Anders als viele andere Menschen, die glauben, dass Charles Manson cool war, kann ich nicht einfach eine Stunde über die Vergangenheit nachdenken und dann mein Leben weiterleben. Genau wie die Familien und Freunde der Opfer trage ich das jeden Tag mit mir herum. Ich muss jeden Tag damit aufwachen und egal, was ich für den Rest meines Lebens mache und egal wie viel ich der Gemeinschaft zurückgebe, ich werde nie ersetzen können, was meine Tat ausgelöscht hat. Und das ist nicht nett und das ist nicht cool."

Tate-Schwester gegen Begnadigung

Mit ihrem Geständnis, Sharon Tate ermordet zu haben, will die sterbenskranke Susan Atkins ihre Freilassung aus dem Gefängnis erreichen. Trotz ihrer schlechten körperlichen Verfassung und der guten Führung in der Haft könnte es mit ihrem Gesuch Schwierigkeiten geben. "Es kann immer noch sein, dass ihr Begnadigungsgesuch abgelehnt wird", sagt Susan Atkins Anwalt James Whitehouse. Es könne sein, dass seine Mandantin noch immer als eine Gefahr für die Gesellschaft gelte.

Das Verbrechen war einfach zu grausam: Sharon Tate hat um Gnade gebettelt, für sich und das ungeborene Kind. Zwecklos. Susan Atkins hat auf sie eingestochen. Wieder und wieder. Insgesamt 16 Mal. Susan Atkins hatte kein Mitleid. Nach der Tat soll sie mit dem Blut der Schauspielerin das Wort "Pig" an die Haustür geschrieben haben. Polanski war nicht zuhause. Allerdings starben drei von Sharon Tates Gästen mit der Schönen.

Sharon Tates Schwester Debra ist dagegen, dass die todkranke Mörderin ihrer Schwester aus der Haft entlassen wird: "Die Manson-Family-Mörder sind Soziopathen. Sie sollten alle genau dort bleiben, wo sie sind. Wahre Gerechtigkeit für meine Schwester und die anderen Opfer wird es nie geben."

Sollte das Gremium Atkins Gesuch um Haftentlassung befürworten, wird es auf Arnold Schwarzeneggers Schreibtisch landen. In dessen Händen liegt es dann, die Bitte abzulehnen, ihr stattzugeben oder sie zu modifizieren. Es hat schon einmal eine Anhörung gegeben. Das war im Jahr 1993. Susan Atkins hatte erklärt, dass sie kein Mitleid mit Tate gehabt habe und auch damals schon ihre Schuld eingestanden. Wenn das jetzige Gesuch abgelehnt wird, dann könnte es in drei, sieben, zehn oder 15 Jahren eine neue Anhörung geben. Die erlebt Susan Atkins aber vermutlich nicht mehr.

© sueddeutsche.de/abis/bgr
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