bedeckt München
vgwortpixel

Ehefrau des Schützen von Chapel Hill:Parkplatzstreit soll Motiv für tödliche Schüsse gewesen sein

  • Nach dem gewaltsamen Tod dreier muslimischer Studenten in der US-Stadt Chapel Hill gibt es Spekulationen über das Motiv des mutmaßlichen Täters.
  • Die Ehefrau des mutmaßlichen Schützen hat sich öffentlich geäußert. Demnach tötete ihr Mann wegen eines Streits um einen Parkplatz.
  • Die Familie zweier Opfer geht von einem Hass-Verbrechen aus. Viele Internetnutzer sprechen von einem gezielten Angriff auf Muslime.

Drei Studenten getötet - mutmaßlicher Täter stellt sich

Drei junge Menschen sind tot. Eine 19-Jährige, ihre 21-jährige Schwester und deren 23 Jahre alter Ehemann. Allesamt Studenten aus Chapel Hill in North Carolina, die sich in ihrer Gemeinde engagiert haben und allseits beliebt waren, deren Fotos in sozialen Netzwerken auf ein glückliches Leben schließen lassen. Ihr Tod hat in den USA Empörung ausgelöst. Und, noch bevor sich die Polizei zum Tatmotiv geäußert hat, eine öffentliche Debatte darüber, warum sie sterben mussten

Wegen Mordes angeklagt ist ein 46 Jahre alter Nachbar. Er hat sich nach den tödlichen Schüssen der Polizei gestellt.

Parkplatzstreit oder gezielter Angriff auf Muslime?

Die Ehefrau des mutmaßlichen Täters sagt laut BBC, ihr Mann habe wegen eines Streits um einen Parkplatz geschossen. Er habe wegen der Parkplatzsituation mit allen möglichen Menschen Streit gehabt, nicht nur mit den jungen Leuten, gegen die er seine Waffe richtete. Die Polizei von Chapel Hill hat bestätigt, dass es bereits seit längerem Parkplatzstreitigkeiten gegeben habe. Die Behörden wollen die genauen Hintergründe der Tat aber noch weiter untersuchen.

Die Familie der beiden getöteten jungen Frauen geht davon aus, dass Hass das Motiv des Täters war. "Dieser Mann hat oft auf meiner Tochter und ihrem Mann herumgehackt und hat seine Waffe im Gürtel getragen, während er mit ihnen gesprochen hat", zitiert der News Observer den Vater der beiden Schwestern. Die jungen Frauen hätten geäußert, dass sie bei dem wütenden Nachbarn ein schlechtes Gefühl hatten. "Aber sie wussten nicht, dass er so weit gehen würde." Zum möglichen Grund des Hasses äußerte sich der Vater nicht.

Im Internet sind heftigte Spekulationen über das Tatmotiv entbrannt. Sie hängen sich vor allem daran auf, dass die drei Opfer gläubige Muslime waren - und dass der mutmaßliche Täter auf seiner Facebook-Seite seinen Atheismus betonte. Zahlreiche Internetnutzer forderten die Polizei auf, zu ermitteln, ob es sich um eine politisch motivierte Tat handelte, was die Behörden ohnehin tun. Unter dem Hashtag #MuslimLivesMatter machten viele ihrem Gefühl Luft, von den Medien werde in dem Fall nicht genug berichtet.

Trauer um die Opfer

Vor der Universität, in deren Nähe die drei jungen Leute wohnten und der 23-Jährige studierte, versammelten sich am Mittwochabend zahlreiche Trauernde. Die Studenten hätten nichts weniger gewollt, als die Welt zu verändern, sagte die Direktorin der University of North Carolina at Chapel Hill.

© Süddeutsche.de/feko/sks
Zur SZ-Startseite