bedeckt München
vgwortpixel

Kanzlerin Angela Merkel:Wenn der Stalker zweimal klingelt

Er schrieb ihr Briefe, doch Angela Merkel antwortete nicht. Das brachte einen geistig verwirrten Mann so in Rage, dass er sich Zutritt zum Wochenend-Grundstück der Kanzlerin in der Uckermark verschaffte - während diese daheim war.

Es ist ihr Rückzugsort vom stressigen Berliner Betrieb: Doch auch in ihrer brandenburgischen Datsche kann Kanzlerin Angela Merkel keine Ruhe mehr finden. An den beiden vergangenen Wochenenden schlich sich ein Stalker auf das Grundstück in der Uckermark. Das berichtete zunächst die Bild-Zeitung und bestätigte später die Bundesregierung. Demnach klingelte der Mann zweimal an der Haustür - einmal sogar, als die Kanzlerin selbst dort war. Ein weiteres Mal war nur ihr Mann Joachim Sauer in dem Wochenendhaus bei Templin anzutreffen.

Wochenendhaus von Angela Merkel

Der Rückzugsort der Kanzlerin wurde in den vergangenen Wochen zum Ziel eines Stalkers: Zweimal schlich sich ein geistig verwirrter Mann auf das Grundstück ihres Wochenendhauses in der Uckermark.

(Foto: dpa)

Aus Ermittlerkreisen hieß es, der Mann sei ein freier Journalist aus Mecklenburg-Vorpommern. Er gilt den Angaben zufolge als zeitweilig verwirrt. Er soll wütend auf die Kanzlerin sein, weil sie seine an sie adressierten Briefe nicht persönlich beantwortet hat. Bereits vor einigen Wochen hatte die Polizei dem Bericht zufolge den Mann an Merkels Haustür in Berlin-Mitte abgewiesen. Am vergangenen Wochenende wurde er nun festgesetzt. Er wird in der offenen psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses behandelt.

Unklar ist laut Bild, wie der Mann überhaupt zu Merkels Datsche am Rande eines Dorfes in ihrer Heimatregion gelangen konnte. Dieses sei von einem Zaun umgeben und werde rund um die Uhr von Polizisten bewacht. Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte den Bericht, wollte darüber hinaus aber nicht weiter Stellung nehmen. "Das ist eine Sache der Polizeibehörden", hieß es.

Dem Bericht zufolge ist offen, ob und wann der Mann wieder entlassen wird. Der Fall liegt jetzt offenbar bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Diese wollte jedoch zunächst keine Auskunft darüber geben, ebenso wenig wie das zuständige Polizeipräsidium.

© sueddeutsche.de/dapd/leja/kat
Zur SZ-Startseite