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Brandenburg:Angreifer stand bei Pfefferspray-Attacke auf Flüchtlinge unter Drogen

  • Ein Mann, der mit Umbauarbeiten an einem Asylbewerberheim in Brandenburg beauftragt war, soll die Bewohner der Unterkunft mit Pfefferspray angegriffen haben.
  • Der Ort ist für rechtsextreme Aufmärsche berüchtigt.

Wahllos Menschen besprüht

Bei der Pfefferspray-Attacke in einer Flüchtlingsunterkunft in Halbe (Dahme-Spreewald) stand der mutmaßliche Angreifer unter Drogen. Der 28-jährige Bauleiter aus Sachsen habe Amphetamine und Methamphetamine genommen, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Mann war mit Arbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne im Ortsteil Massow beschäftigt, die als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird. Dort wohnte er mit anderen Flüchtlingen in einem ehemaligen Hotel. Informationen der Bild zufolge soll der 28-Jährige wahllos Menschen besprüht haben. Er wurde demnach noch am Tatort von den Bewohnern überwältigt.

Ort für rechtsextreme Aufmärsche berüchtigt

35 Asylbewerber mussten wegen Augenreizungen und Atembeschwerden behandelt werden. Insgesamt waren 102 Rettungskräfte im Einsatz. 14 Verletzte wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht, darunter fünf Kinder. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und sollte im Laufe des Tages vernommen werden. In die Ermittlungen wurde auch der Staatsschutz eingeschaltet.

In dem Heim in einem Gewerbegebiet leben nach Angaben der Polizei 318 Menschen. Der Hintergrund der Tat ist noch unklar.

Halbe ist für die rechtsextremen Aufmärsche berüchtigt, die am Volkstrauertag auf dem dortigen Waldfriedhof seit den Neunzigerjahren stattgefunden hatten. 2006 wurden sie verboten. Auf dem Friedhof, eine der größten Kriegsgräberstätten in Deutschland, sind fast 30 000 Tote vor allem aus den letzten Kriegswochen 1945 bestattet.