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Bochum:Fehlende Gitter in der JVA

Ein Ausbruch offenbart neuerliche Mängel in der "Pannenknast"-JVA.

Die Fenster waren nicht vergittert, Container nicht ordentlich gesichert und an der Beaufsichtigung haperte es möglicherweise auch: Nach einem Ausbruch hat eine Untersuchung der Justizvollzugsanstalt Bochum Mängel offenbart. Das Oberlicht etwa, über das der Gefangene am Donnerstag auf ein Vordach klettern und so auf den Sportplatz gelangen konnte, hätte vergittert sein müssen, sagte am Montag eine JVA-Sprecherin. Auf dem Sportplatz wurden die ermittelnden JVA-Bediensteten als nächstes fündig: In einem dort abgestellten Container hatte der 42-jährige Sportwart, der wegen Körperverletzung, Diebstahls und schweren Raubes einsaß, eine Stangenkonstruktion deponiert, mit der er die Gefängnismauer überwinden konnte. Der Container sei ungenügend gesichert gewesen, der Ausbrecher habe das Schloss manipulieren können. Auch sei fraglich, ob der Mann Sportwart hätte sein dürfen und ob es Mängel bei seiner Beaufsichtigung gegeben haben könnte. Der Fall ist noch nicht abschließend geklärt. Bis dahin gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Die JVA Bochum hatte bereits in der Vergangenheit als "Pannenknast" Schlagzeilen gemacht. Zwischen 2011 und 2013 gelang drei Insassen die Flucht, als Folge wurden der Gefängnisdirektor suspendiert und die Sicherheitsvorkehrungen überarbeitet.

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