Belästigungsvorwürfe Chef der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen wird entlassen

  • Der Leiter der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, wird von seiner Aufgabe entbunden.
  • Vor wenigen Monaten war ein Brief bekannt geworden, in dem Frauen anonym über sexuelle Belästigungen geklagt hatten.

In der Affäre um sexuelle Belästigungen von Frauen verliert der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, seinen Posten. Knabe werde ordentlich gekündigt, zugleich werde er vorläufig von der Arbeit freigestellt, teilte die Berliner Senatskulturverwaltung mit.

"Der Stiftungsrat hat kein Vertrauen, dass Herr Dr. Knabe den dringend notwendigen Kulturwandel in der Stiftung einleiten wird, geschweige denn einen solchen glaubhaft vertreten kann", hieß es. Von Knabe liegt keine Stellungnahme vor.

Knabes Stellvertreter soll ebenfalls gekündigt werden. Er war am Vortag bereits von Knabe wegen Sexismusvorwürfen beurlaubt worden.

In einem Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatten mehrere Mitarbeiterinnen, Volontärinnen und Praktikantinnen, die zwischen 2011 und 2018 in der Gedenkstätte beschäftigt waren, der dortigen "Führungsetage" sexistisches Verhalten vorgeworfen. In dem Brief, datiert auf den 8. Juni 2018, formulierten sie Anschuldigungen über "erschreckende Regelhaftigkeit übergriffiger Verhaltensmuster". Aus Furcht vor beruflichen Nachteilen nannten die Betroffenen in dem Brief ihre Namen nicht.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die vom Bund und vom Land Berlin finanziert wird, soll an politische Willkür und Unrecht in der DDR erinnern. Sie ist in dem Gebäude untergebracht, in dem sich früher das zentrale Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit befand.