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Bandenkrieg:Mehrere Menschen in mexikanischer Kleinstadt verschwunden

Wave of violence in Guerrero prior to upcoming 07 June elections

Die Region Guerrero kommt nicht zur Ruhe. Im Bild: Demonstranten, die wegen des Verschwindens von 43 Studenten im vergangenen Jahr auf die Straße gehen.

(Foto: dpa)
  • Im mexikanischen Guerrero untersucht die Staatsanwaltschaft das Verschwinden von 15 Menschen.
  • Im vergangenen Jahr waren dort Dutzende Studenten entführt und wahrscheinlich getötet worden.
  • Am 9. Mai hatten etwa 300 Mitglieder einer Bürgerwehr den Ort Chilapa unter ihre Kontrolle gebracht. In der Provinz kämpfen mehrere Banden um die Vorherrschaft.

Mehr als ein Dutzend Menschen vermisst

In der mexikanischen Unruheregion Guerrero suchen die Behörden nach mehreren Vermissten. Wie viele Menschen genau verschwunden sind, ist nicht ganz klar. In der Ortschaft Chilapa seien elf Personen offensichtlich verschleppt worden, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Weitere vier Menschen seien von Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Die Ermittler baten die Bevölkerung um Hinweise.

Bewohner der Gemeinde hatten am Montag sogar gesagt, es seien 30 Menschen verwunden, nachdem eine Bürgerwehr den Ort besetzt hatte. Die örtliche Menschenrechtskommission teilte mit, ihr lägen 13 dokumentierte Fälle von Vermissten vor.

Gangs kämpfen um Vorherrschaft

Am 9. Mai hatten etwa 300 Mitglieder einer Bürgerwehr Chilapa unter ihre Kontrolle gebracht. Sie besetzten die Polizeiwache, entwaffneten die örtlichen Beamten und errichteten Straßensperren. Eigenen Angaben zufolge wollten sie die Anführer der kriminellen Organisation "Los Rojos" festnehmen. Einige Bewohner äußerten die Befürchtung, dass es sich bei der Bürgerwehr tatsächlich um Verbündete der Bande "Los Ardillos" handelte, die mit "Los Rojos" verfeindet ist. Im Bundesstaat Guerrero kämpfen derzeit mehrere Gangs um die Vorherrschaft.

Die Region war im vergangenen Jahr in den Schlagzeilen, als dort Dutzende Studenten offenbar von der Polizei entführt und der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" übergeben worden waren. Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Eigenen Angaben zufolge hatten sie die jungen Männer für verfeindete Gangmitglieder gehalten.

Anfang des Monats war in Chilapa der Bürgermeisterkandidat der Regierungspartei PRI getötet worden. Am 7. Juni werden in Mexiko alle 500 Abgeordneten auf Bundesebene, neun Gouverneure und Hunderte Bürgermeister gewählt.