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Australien:"Er hat jeden niedergemäht"

Tatort Gehweg: Der Geländewagen kam an einem Poller zum Stehen.

(Foto: Mark Peterson/AFP)

In Melbourne rast ein offenbar psychisch auffälliger Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge: mindestens 19 Verletzte.

In der australischen Millionenmetropole Melbourne ist ein Autofahrer mitten im Berufs- und Weihnachtstrubel in eine Menschenmenge gerast und hat 19 Passanten verletzt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, krachte der Geländewagen vor dem Bahnhof Flinders Street im Stadtzentrum in eine Straßenbahnhaltestelle. Der Fahrer, ein polizeibekannter Kleinkrimineller, sei festgenommen worden. Bei dem 32-Jährigen handele es sich um einen australischen Staatsbürger afghanischer Herkunft, bei dem es keine Anhaltspunkte für eine Verbindung zum Terrorismus gebe. Er sei aber durch Drogenkonsum und psychische Probleme aufgefallen. Sein Motiv war zunächst unklar. Von einem zweiten Festgenommenen hieß es Stunden nach dem Vorfall, dieser habe wohl nichts mit der Tat zu tun.

Nach Polizeiangaben wurden vier Menschen schwer verletzt, 15 weitere Passanten mussten im Krankenhaus behandelt werden, ihr Zustand war aber stabil. Unter ihnen befand sich auch ein vierjähriger Junge. Premierminister Malcolm Turnbull reagierte schockiert. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Verletzten und bei den Ärzten, twitterte er.

Augenzeugen sagten Sky News Australia, das Auto sei an einer belebten Kreuzung bei Rot über die Ampel gefahren, habe beschleunigt und sei in die Menge gerast. "Es hat jeden niedergemäht. Menschen sind überallhin geflohen", sagte eine Augenzeugin dem Radiosender 3AW. Ein Mann sagte dem Fernsehsender ABC, er habe einen aufheulenden Motor und einen dumpfen Schlag gehört. Als er sich umgedreht habe, seien die von dem Wagen getroffenen Menschen durch die Luft geflogen. Sky berichtete, das Auto sei gegen einen Poller geprallt. Der Fahrer wurde von einem Polizisten außer Dienst gestellt, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte.

Der Verdächtige habe in jüngerer Zeit mehrfach wegen Verkehrsvergehen mit der Polizei zu tun gehabt, teilten die Ermittler mit. Auch sei ein kleinerer Überfall aus dem Jahr 2010 bekannt. In der Nähe des Tatorts war im Januar ein ebenfalls wegen Drogensucht und psychischer Probleme bekannter Mann auf einen Fußweg gerast und hatte sechs Menschen getötet.

© SZ vom 22.12.2017 / dpa, AFP, AP

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