bedeckt München 22°

Amokfahrt in Texas:Schüsse aus Auto - mindestens sieben Tote, mehr als 20 Verletzte

Die Amokfahrt eines Mannes in Texas endet nahe eines Kinokomplexes in der Stadt Odessa.

(Foto: AP)
  • Ein Mann hat im US-Bundesstaat Texas ein Postauto entführt und aus dem Wagen heraus auf Polizeibeamte, Passanten und andere Verkehrsteilnehmer gefeuert.
  • Die Amokfahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden und endet mit dem Tod eines Tatverdächtigen.
  • Zwischenzeitlich hatte es Berichte über einen zweiten Schützen gegeben - entsprechende Zeugenaussagen könnten der Polizei zufolge aber auch der chaotischen Situation geschuldet sein.

Tödliche Schüsse in den USA - und schon wieder trifft es Texas: Am Samstagnachmittag hat mindestens ein Täter aus einem Fahrzeug heraus gefeuert und dabei mindestens sieben Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Tatorte waren unter anderem die Schnellstraße Interstate 20 und der Highway 191, der die Städte Midland und Odessa im Westen des Bundesstaates verbindet. Der Polizei zufolge hatte die Amokfahrt gegen 16 Uhr (Ortszeit) bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle begonnen, bei der der Verdächtige plötzlich das Feuer auf einen Polizisten eröffnet hatte. Danach sei er weiter nach Odessa gefahren, habe um sich geschossen, dann sein Auto abgestellt und einen Lieferwagen der Post gekapert. Gegen 18.30 Uhr verkündete die Polizei von Midland, ein Tatverdächtiger sei tot.

Zwischenzeitlich hatte es Berichte über einen zweiten Schützen und ein weiteres gesuchtes Fahrzeug gegeben - einen goldfarbenen Pick-up. Bei einer Pressekonferenz sagte der Polizeichef von Odessa, Michael Gerke, möglicherweise seien entsprechende Zeugenaussagen der chaotischen Situation zuzuschreiben. "Wir gehen davon aus, dass wir die Gefahr gebannt haben, aber wir können es nicht mit 1000-prozentiger Sicherheit sagen", so Gerke.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich demnach um einen Mann Mitte 30. Zu seinem möglichen Motiv machte Gerke keine Aussage. Unter den Opfern sind den Angaben zufolge ein State Trooper (die lokale Behörde kontrolliert vor allem die Fernstraßen) sowie Beamte der Polizei von Midland und Odessa.

Polizisten erschießen den Schützen

Die zweieinhalbstündige Amokfahrt endete nahe eines Kinokomplexes in Odessa, wo die Polizei den Schützen erschossen hat. Odessas Bürgermeister David Turner sagte dem Sender Fox News, der Schütze habe aus seinem Auto heraus zuvor auch auf ein Restaurant gefeuert und in einer Einkaufsgegend um sich geschossen.

Der New York Times zufolge brachen an den Orten, an denen Schüsse fielen, Panik und Chaos aus. Die Zeitung schildert eine dramatische Szene vor einem Restaurant: Mehrere Menschen eilten dort einem verletzten Kleinkind in einem Auto zur Hilfe. Hinzugekommene Rettungskräfte hätten festgestellt, dass das Mädchen an der Schulter getroffen worden sei. "Sie war bei Bewusstsein, aber über und über mit Blut beschmiert. Es war furchtbar, so etwas zu sehen", zitiert das Blatt einen Restaurantmitarbeiter.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, verurteilte die Gewalttat als "sinnlosen und feigen Angriff". Er werde nicht zulassen, dass Texas von "Hass und Gewalt" überzogen werde. Abbott will am Sonntag nach Odessa reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, Justizminister William Barr habe ihn über den Vorfall informiert. Die Bundespolizei FBI befasse sich mit dem Fall. Zur Tat selbst äußerte sich Trump zunächst nicht - anders als viele Politiker der Demokraten, die ihrer Empörung über das nächste "mass shooting" und die vergleichsweise laxen Waffengesetze in den USA auf Twitter Luft machten.

Erst vor knapp einem Monat hatte Texas eines der tödlichsten mass shootings seiner Geschichte erlebt: Bei der fremdenfeindlich motivierten Tat in der Grenzstadt El Paso starben 22 Menschen.

An diesem Wochenende sind die Straßen in ganz Amerika besonders voll: Am Montag ist Labor Day, ein nationaler Feiertag - viele Amerikaner nutzen das verlängerte Wochenende für einen Ausflug oder Kurztrip. Midland und Odessa liegen etwa 32 Kilometer voneinander entfernt, die Städte haben zusammen etwa 263 000 Einwohner.

Öffentliche Gesundheit Metall, Blut und Schmerz

Waffengewalt in den USA

Metall, Blut und Schmerz

In Amerika grassiert eine Epidemie - ausgelöst durch Millionen Schusswaffen in den Händen von Privatleuten. Die Forschung zeigt: Es gäbe Strategien gegen das Massensterben.   Von Felix Hütten