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Ägäis:Griechisches Dorf nach schwerem Seebeben fast vollständig zerstört

Rescue team members search for victims at a collapsed building in the village of Vrissa on the Greek island of Lesbos

Rettungskräfte suchen nach verschütteten Opfern im Dorf Vrissa auf der griechischen Insel Lesbos.

(Foto: REUTERS)
  • Das Zentrum des Bebens lag etwa zehn Kilometer unter dem Meeresboden zwischen der türkischen Ägäisküste und der griechischen Insel Lesbos.
  • Es hatte eine Stärke von 6,1 und einen kleinen Tsunami ausgelöst.
  • Auf Lesbos kam eine Frau ums Leben, elf weitere Personen wurden dort verletzt. Ein Dorf mit 700 Einwohnern ist fast vollständig zerstört worden.

Ein schweres Seebeben hat am Montag die Region vor der türkischen Ägäisküste und der griechischen Insel Lesbos erschüttert. Eine Frau kam dort ums Leben, elf weitere Menschen wurden verletzt. Das Dorf Vrisa auf Lesbos mit 700 Einwohnern ist fast vollständig zerstört worden, teilte Efthymios Lekkas, Chef der Organisation für den Erbebenschutz Griechenlands (OASP) mit.

Nach griechischen Seismologen-Messungen hatte es eine Stärke von 6,1 und einen kleinen Tsunami ausgelöst. Demnach lag das Zentrum des Bebens etwa zehn Kilometer unter dem Meeresboden zwischen der türkischen Ägäisküste vor der Halbinsel Karaburun und der griechischen Insel Lesbos.

Die Seismologen warnten vor Nachbeben. Deswegen sollten die Einwohner, deren Häuser beschädigt sind, nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Es bestehe große Verletzungsgefahr. Beim kleinsten Nachbeben könnten beschädigte Häuser einstürzen, hieß es. Die Schulen auf Lesbos blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die meisten Einwohner des zerstörten Dorfes Vrisa kamen in Zelten unter.

Der ausgelöste kleine Tsunami hat dagegen keine größeren Schäden angerichtet. In einem Video, das Bewohner der Region nach dem Seebeben drehten und am Dienstag im Nachrichtenportal der Ortschaft Plomari gezeigt wurde, ist zu sehen, wie sich das Meerwasser aus dem Hafen von Plomari zurückzieht. Bei der Rückkehr des Wassers treiben einige Fischerboote im Hafen. Fischer versuchen, ein großes Boot wieder festzumachen. Schließlich gelingt es dem Kapitän, an Bord zu gehen und rasch den Hafen zu verlassen. Tsunamis werden gefährlich, wenn man in der Nähe der Küste ist. Im offenen Meer wird die Flutwelle nur als eine größere Welle bemerkbar.

Ein Reporter der türkischen Nachrichtenagentur DHA in Izmir berichtete, Menschen seien in Panik auf die Straße gerannt, manche seien in Tränen ausgebrochen. Über Schäden ist nichts bekannt. Die türkische Zeitung Hurriyet Daily News berichtet von zwei Nachbeben der Stärke 4,9.

© SZ.de/dpa/vbol/feko

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