Actionstar vs. Schwulenrechtler:Chuck Norris braucht keine Gleichberechtigung

Er kann eigentlich alles: Ratingagenturen herabstufen, zweimal bis unendlich zählen und die Niederlande zum Europameister machen. Eine Witzfigur ist Chuck Norris schon, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch bei den jüngsten Äußerungen des Actionstars bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

Chuck Norris in "Missing In Action"

Chuck Norris in kämpferischer Pose in dem Film "Missing In Action" von 1984: Der Schauspieler teilte schon vorher gegen die Obama-Regierung aus.

(Foto: dpa/Süddeutsche.de)

"Sei immer du selbst, außer du bist Chuck Norris. Dann sei Chuck Norris." So lautet einer der vielen Sprüche, man möchte fast sagen: Weisheiten, die sich mit dem amerikanischen Actionstar befassen. Die zahlreichen Wortbeiträge, die seiner Person gewidmet sind, - vielleicht auch diese spezielle Handlungsanweisung - scheint dem Kampfsportler nun jedoch zu Kopf gestiegen zu sein.

In einem Beitrag auf dem Schießsport-Portal Ammoland.com hat sich der als reaktionär bekannte Norris gegen eine Kampagne von Schwulenrechtlern gestellt, die sich dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht länger von den US-Pfadfindern ausgeschlossen werden. Unter der Überschrift: "Is Obama Creating a Pro-Gay Boy Scouts of America?" fordert der Schauspieler, an der "hundert Jahre alten Politik" festzuhalten und Schwulen den Beitritt zu der Organisation weiterhin zu verweigern.

Der Vorsitzende des amerikanischen Pfadfinder-Verbandes, James Turley, wolle sich mit dem Abrücken von der diskriminierenden Regelung ohnehin nur bei dem als schwulenfreundlich geltenden US-Präsident Barack Obama einschmeicheln, sinniert Norris in seinem Beitrag weiter - und liefert zig vermeintliche Belege für seine These. Die Pfadfinder sollten seiner Meinung nach in ihren traditionellen Werten verhaftet bleiben, schließlich seien sie ein integraler Teil des US-amerikanischen Lebens und der Kultur - genauso wie Hot Dogs, Baseball und Omas Apfelkuchen.

Norris' Roundhouse-Kick gegen die Schwulenrechtler kommt nicht ganz unerwartet: Schon bei früheren Beiträgen auf der Internetseite der Waffenfans teilte der überzeugte Republikaner gegen die Obama-Regierung aus. Im Netz und auf Promiportalen wie TMZ.com haben die jüngsten Verbalentgleisungen des Actionstars für Empörung gesorgt. Auf Twitter war unter anderem zu lesen: "'Chuck Norris will keine Schwulen bei den Pfadfindern' ist tatsächlich der erste Chuck Norris-Witz, den ich nicht lustig finde."

© Süddeutsche.de/vks
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