Zweckentfremdung:Stadt kappt Link zu Airbnb

Verzweifelt, weil vor lauter Zweckentfremdung keine Wohnung mehr zu finden ist? Die Stadt München kennt da einen guten Trick: mitmachen, anschreiben, selber einziehen. Es ist ganz einfach. Auf der Internetseite "muenchen.de" gibt es einen Link zum Online-Portal Airbnb, das zahlreiche Ferienwohnungen von privat im Sortiment hat. Na gut, es gab einen Link. Bis die Rathaus-SPD sah, was da ganz offiziell als Tipp für wohnungssuchende Neu-Münchner verbreitet wird. Seitdem ist die Direktverbindung gekappt.

Natürlich ist Airbnb nicht per se illegal, beeilt sich SPD-Fraktionschef Alexander Reissl zu erklären. Aber es gebe eben auch keinerlei Garantie dafür, dass die dort angebotenen Wohnungen tatsächlich als Kurzzeit-Domizil angeboten werden dürfen. Oder ob es sich um unerlaubte Vermietung handelt - also um Zweckentfremdung. Im Rathaus ist es ein Dauerthema, wie es sich verhindern lässt, dass dringend benötigter Wohnraum vom Markt verschwindet. Teams des Sozialreferats kontrollieren Häuser, deren Bewohner unter Verdacht stehen, ohne Genehmigung als Laien-Hoteliers aufzutreten. Nachbarn beklagen sich über rücksichtslose Kurzzeit-Mieter und die hohe Fluktuation. Die bekannteste Vermittlungsplattform für Privatvermietungen ist Airbnb. Was also wird mit einer derartigen Empfehlung bezweckt?, wundert sich die SPD. Die Frage ist vermutlich rhetorisch gemeint.

© SZ vom 18.10.2016 / dh
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