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Zu viele Barrieren:Von wegen #mitmünchnern

München hat noch viele Mobilitäts-Hausaufgaben zu machen - insbesondere für Rollstuhlfahrer

"Wir sind Spitze" vom 13. Januar:

Die Ausstellung im Rathaus ist mehr schöner Schein als mögliches Sein. Hübsche Perspektiven für die Zukunft, denen man grundsätzlich zustimmen muss. Aber wo bleibt die Auseinandersetzung mit der Gegenwart? Wo wird die städtebauliche Bestandsanalyse mit ihren vielen Schwachpunkten zum Beispiel in Verkehr und Infrastruktur als Grundlage aller schönen Wünsche für die Zukunft formuliert? Mobilität wird mehr oder minder "smart" als postweihnachtlicher Wunschzettel angepriesen. Freilich wünscht sich das jeder, der täglich erlebt, wie viele Hausaufgaben etwa bei der U-Bahn mit den vielen Schadzügen und Betriebsstörungen nach wie vor ungelöst sind. Fällt wieder eine U-Bahn aus, hat man auch keinen Anschluss an den smarten selbstfahrenden Bus. Hier gibt es immensen Nachholbedarf.

Mobilität für alle, die "#mitmünchnern" wollen und sollen? Und wie schaut es mit der Barrierefreiheit für eine trotz so vielen Zuzügen alternde Gesellschaft aus? Und wie für Menschen, die mit ihren Rollstühlen noch mobil sein könnten, wenn man es ihnen denn ermöglichen würde? Was dem Radler sein Schnellweg ist, das sollte doch dem Rollstuhlfahrer ein barrierefreies Wegenetz und ein barrierefreier Einstieg in die U-Bahn sein, um hier Beispiele zu nennen. Da tun sich harsche Kanten und Stufen auf! Behinderte können leider in weiten Bereichen nicht "#mitmünchnern". Sie scheinen vergessen zu sein, oder warum kommen sie in dieser smarten Zukunftsschau im und vom Rathaus nicht vor? Eigentlich kaum vorstellbar, da die Zahl der Senioren und Behinderten mit Rollatoren und Rollstühlen doch ständig bei der alternden Gesellschaft zunimmt. Frank Becker-Nickels, München

© SZ vom 24.01.2020
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