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Zirkus Krone und Sexismus:Das Publikum hat seinen Spaß

Rollenklischees gibt es auch andernorts. Na und?

"Klischees in der Manege" vom 9./10. Februar:

Da ist nichts schmuddelig

Mir kommen Zweifel, ob es in dem Artikel zum 100. Geburtstag des Circus Krone mit Besprechung einer Krone-Jubiläumsshow eigentlich um Journalismus oder "Erziehung am Leser" geht.

Der Artikel ist lang, man spürt sofort den negativen Unterton. Eigentlich braucht man den Artikel gar nicht zu lesen. Die Überschrift reicht. Ist das das Niveau der Süddeutschen Zeitung?

Natürlich bedient der Autor auch die zahlreichen Insignien linken Journalismus', beispielsweise die Kritik an der "klassischen" Geschlechterrolle im Zirkus oder den ach so schmuddeligen "sexuellen Konnotationen". Er hätte doch mal die Spektanten fragen sollen, ob hier wirklich jemand etwas gegen eine weibliche Löwen-Dompteurin einzuwenden hätte. Ich glaube, der Autor wäre ob der weltoffenen Haltung der Zuschauer überrascht gewesen.

Wer jemals in einer Aufführung des Circus Krone gewesen ist und die Begeisterung und Freude der Menschen für diese Form der Unterhaltung gehört, gesehen und gespürt hat, der kann sich nur die Frage stellen, in welcher Veranstaltung war der SZ-Reporter? Achim Steinert, München

Geschlechterklischees überall

Eurovision Song Contest, Holiday on Ice, Deutscher Filmball, Hüttengaudi, Fasching, Oktoberfest - Millionen Menschen spielen ständig mit Geschlechterklischees, Männer und übrigens Frauen, freiwillig, lustvoll und ohne schlechtes Gewissen. Das kann man schön finden oder nicht so schön.

Jedenfalls halte ich es für ziemlich überzogen und kleinkariert, ausgerechnet den Circus Krone, der offensichtlich Menschen jeden Geschlechts, Alters und gesellschaftlichen Stands mit seinen Programmen begeistert, zum Gegenstand einer ganzseitigen Fundamentalkritik an unserer übersexualisierten Gesellschaft zu machen. Oliver Meyer, München

Unschuldiges Amüsement

Was hat Sie da geritten? Auf der Seite 1 des Münchner Teils einen derartig polemischen Artikel aufzunehmen. Der Zirkus Krone ist ein Unternehmen, das aus eigener Kraft lebt und Gewinne macht. Viele Menschen entspannen und amüsieren sich im Zirkus, so auch wir. Der App-Gag der Clowns war nicht homophob, es war klar, dass der zweite Clown auch von einer schönen Frau geträumt hat.

Natürlich kann man der Meinung sein, der Zirkus sollte anders sein, Jana Lacey-Krone hat ein klares Konzept, das dem Journalisten nicht gefällt. Sie trägt aber alleine des unternehmerische Risiko.

Wenn es um Geschlechterrollen geht, so dürfte eine große Zahl der Theaterstücke und Opern nicht mehr in weitgehend von Steuergeldern finanzierten Häusern gespielt werden. Zudem dürften viele Filme und Serien im Fernsehen nicht mehr gezeigt werden. Dr. Ingrid Bausch-Gall, München

© SZ vom 14.02.2019
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