Zeitgeschichte:Sündiges München - Strip in der Bongo Bar

Von wegen spießige fünfziger Jahre: Der Fotograf Al Herb dokumentierte das frivole Nachtleben - nun erscheint der Bildband "Sündiges München".

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Von wegen spießige fünfziger Jahre: Der Fotograf Al Herb dokumentierte das frivole Nachtleben - nun erscheint der Bildband "Sündiges München".

Man denkt ja immer, in den fünfziger Jahren war Spießigkeit erste Bürgerpflicht und namentlich in München ging es so prüde zu wie bei einem Kaffeekränzchen alter Jungfern. Aber da ist man wohl mal wieder einem Vorurteil aufgesessen. Es gab nicht nur ein Nachtleben, es gab sogar ein höchst frivoles Nachtleben in München, bei dem sich Biedermänner in mehr oder weniger elegante Gigolos verwandelten. Hier betrachten Passanten 1951 das Programm der Bongo Bar.

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Mit der Kamera dabei war in diesen Aufbau- und Wirtschaftswunderjahren der junge Fotograf Al Herb, der eigentlich Jura studierte, den es aber immer wieder in die Nachtclubs und Striplokale rund um den Hauptbahnhof zog. Hier bereitet sich im Jahr 1954 die Tänzerin Anja Perkoff in der Garderobe der Lola Montez Bar auf ihren Auftritt vor.

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Damals gab es noch keinen Sperrbezirk, es gab Huren und ihre Freier, darunter viele Soldaten der US-Armee. Hier halten zwei Militärpolizeischlitten 1960 vor der Havanna Bar.

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1951, da war er 20 Jahre alt, hatte sich Al Herb seine erste Kamera gekauft, damit lichtete er die Stripperinnen und Animier-Mädchen in den Nachtlokalen ab - wie hier in der Haifischbar. Bald kannten sie ihn, sie mochten ihn, er braucht gar nicht mehr fragen, ob er fotografieren dürfe. Oftmals beauftragten ihn die sogenannten Schönheitstänzerinnen, ihre Show zu dokumentieren.

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Al Herbs Fotos, die soeben unter dem Titel "Sündiges München§ in einem wunderbaren Bildband erschienen sind, erzählen Geschichte und Geschichte. Sie zeigen das andere München, das der Tänzer wie hier 1970 im Blow Up, der amerikanischen GI's und ihrer "Frolleins", das München der Rock'n'Roll-Tänzer und der Prostituierten, die in der Landsberger Straße, in der Sendlinger Straße, aber auch vor der Universität ihre Dienste anboten.

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Al Herb fotografierte aber nicht nur die mondän-verruchten Amüsierschuppen, er durchstreifte nach Mitternacht auch die Bahnhofsgegend, um die Verlierer abzulichten, die Obdachlosen, die Kriegskrüppel, die Gestrandeten und Gescheiterten. Prostituierte langweilen sich hier 1967 auf dem Laimer Strich.

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Bis Mitte der siebziger Jahre hat sich Al Herb mit seiner Kamera in den Nachtclubs herumgetrieben, dann verlor er allmählich das Interesse. Die Nachtclubbesitzer engagierten zunehmend billige und mäßig begabte Tänzerinnen. Tänzerinnen wie hier 1973 in der Fernandel Bar traf man nur noch selten.

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Die "Königinnen der Nacht" verschwanden und mit ihnen ihr Publikum. Die Zeit der Fernandel Bar neigte sich langsam dem Ende.

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Geblieben sind heute die Fotos in Herbs Archiv, die er jetzt wieder herausgeholt und publiziert hat. Das Ergebnis ist einer der faszinierendsten München-Bildbände, die in jüngerer Zeit erschienen sind. Und so heute noch zu sehen, wie die Stripperin Magda Meyer auf dem Plüschschwan im Moulin Rouge voll im Einsatz ist.

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Die Abbildungen sind entnommen dem Buch "Sündiges München" von Al Herb, Hirschkäfer Verlag, 168 Seiten, 28 Euro.

© SZ.de/wg/sonn
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