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Walchenseekraftwerk:Mitsprache bei Wasserrechten

Kommunen fordern Beteiligung an Gesprächen

Seit fast 100 Jahren liefert das Walchenseekraftwerk umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft. Nach der Privatisierung vor 26 Jahren wurde es erst von Viag und dann von Eon betrieben, seit 2015 haben die Uniper Kraftwerke GmbH die wasserrechtliche Genehmigung zum Betrieb der großen Anlage. Die Verträge laufen zwar erst 2030 aus, aber schon jetzt hat die Debatte über die Neuvergabe der Rechte begonnen. Auch die Bürgermeister der vom Kraftwerkssystem betroffenen Gemeinden wollen mitreden. Dazu gehören Kochel am See, Jachenau, Lenggries, Wallgau, Krün und Mittenwald. Ihre Position: Der Betrieb des Walchenseekraftwerks muss auf jeden Fall weitergehen.

Dies stehe außer Frage, heißt es in der Stellungnahme der Bürgermeister. "Nicht nur weil es ein technisches Vorzeigeprojekt ist, sondern vor allem, weil es sauberen Strom liefert." Ansonsten bereiten sich die Rathauschefs auf das Verfahren vor, denn die Neuvergabe dürfe keinesfalls über die Köpfe der Kommunen hinweg geschehen, betonen sie. "Die Bürger hier vor Ort ertragen seit vielen Jahrzehnten klaglos die teils erheblichen Beeinträchtigungen durch das Kraftwerkssystem." Aus diesem Grund sei es wichtig, dass "ein nicht unerheblicher Teil der Wertschöpfung aus der Stromerzeugung vor Ort" bleibe.

Damit dieser Aspekt bei der Neuverhandlung der Verträge berücksichtigt wird, wollen die Kommunen eng eingebunden werden. Sie haben sich deshalb an den bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, gewandt. Von ihm haben sie nach eigener Auskunft die Zusage erhalten, dass die Gemeinden bei den einzelnen Schritten beteiligt werden. Ob die angekündigten Arbeitsgruppen bereits gegründet wurden, wissen die Bürgermeister der sechs Gemeinden indes nicht. Zu Treffen seien sie bislang noch nicht eingeladen, heißt es in ihrer Mitteilung.

© SZ vom 25.01.2021
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