Urteil gegen Hans Urban:Leserbriefe

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Zu "Grünen-Abgeordneter steht vor Gericht" vom 2. September, "Hans Urban muss vor Gericht" vom 7. September, "Hans Urban im Google-Streit verurteilt" vom 13. September, "Geschickt geht anders" vom 14. September und "Urteil gegen Urban ist rechtskräftig" vom 18. September:

Keine Einsicht, keine Reue

Ein Glück, dass es "Dashcams" gibt, Videokameras, die am Autodach befestigt sind. Ohne dieses Handy-Video wäre es dem Google-Fahrer kaum möglich gewesen, seine Unschuld zu beweisen. Denn es stünde Aussage eines Landtagsabgeordneten gegen Aussage eines Fahrers von Google.

Pech für Herrn Hans Urban, dass er in diesem Fall keinen umsichtigen, fürsorglichen Anwalt beauftragt hat, der ihn dank der eindeutigen Beweislage nicht schon nach der ersten Verhandlung zur Zahlung der Strafe und zur Einsicht gebracht hätte.

Pech auch für ihn, dass er seine Schauspielkunst so dilettantisch dargeboten hat. Die Absicht, durch viermaliges Hinfallen dem Fahrer eine Straftat anhängen zu können, zeugt von großer charakterlicher Schwäche.

Nach einem Fehler ist es aber immer wichtig, wie stehe ich und mein Umfeld zu diesem Fehler.

Da steht in der Berichterstattung nichts von Einsicht, nichts von Reue. Das ist kein Skandal, sagt Grünen-Kreissprecher Andreas Wild, es gibt keinerlei Anlass für Urban, von politischen Funktionen zurückzutreten, sieht auch der Dritte Landrat Klaus Koch.

Wo bleibt denn da der Aufschrei nach korrektem Handeln, der sonst immer sofort einsetzt, wenn andere ein vermeintliches Fehlverhalten aufweisen?

Wären die grünen Parteigänger dem Google-Fahrer auch zur Seite gestanden, wenn es die Aufnahmen aus der Dashcam nicht gegeben hätte? Wohl kaum!

Es hätte für den Fahrer gegebenenfalls eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Nötigung gegeben.

Jemand anderen bewusst einer Straftat der falschen Verdächtigung zu beschuldigen, das ist für mich ein Skandal.

Es ist Hans Urbans Glück, dass er trotz alledem weiterhin als nicht vorbestraft gilt.

Roswitha Beyer, Wolfratshausen

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Was muss der Google-Fahrer gefühlt haben, welche Ängste muss er gehabt haben, als er eingekeilt zwischen zwei Radladern von wütenden Männern umgeben war, vor ihm einer, der mit dem Akkuschrauber herumfuchtelt, der sich immer wieder auf den Boden schmeißt, der sein Blut auf die Motorhaube des Google Fahrzeugs schmiert. Wie geht es diesem Fahrer jetzt, wie kann er das Geschehene verarbeiten?

Es war keine Affekthandlung in einer besonderen Situation. Herr Urban wollte den Google-Fahrer fertig machen, schließlich hat er ihn wegen Körperverletzung angezeigt und über einen langen Zeitraum immer wieder an seiner Version des Vorfalls festgehalten.

Er hat Gutachter damit beschäftigt, seine Version zu untermauern.

Hans Urban ist nicht irgendeiner mit vielleicht ungünstigen sozialen Hintergrund, nein, er ist einer unserer gewählten Volksvertreter, der dies über Monate inszeniert hat.

Wenn der Kreissprecher der Grünen Andreas Wild sagt, dass das eine persönliche Sache ist und mit Politik nichts zu tun hat, wenn der Dritte Landrat der Grünen meint, dass dieser Vorfall den politischen Ruf des Abgeordneten Urban langfristig nicht schaden wird und seine Politiktätigkeit mit dem Vorfall ja nichts zu tun hat, frag ich mich, welche Abgründe sich bei diesen Politikern (Grüne) noch auftun.

Ich bin froh in einem Land zu leben, mit einer unabhängigen Justiz!

Heinrich Seibold, Hohenschäftlarn

© SZ vom 20.09.2021
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