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Nach dem Wintereinbruch:Vom Schnee verwüstet

Schäden am Blomberg nach den Schneefällen im Januar 2019

Mit Einbußen in sechsstelliger Höhe rechnet Blombergbahn-Betreiber Hannes Zintel durch die Schäden, die der Wintereinbruch verursacht hat.

(Foto: Hannes Zintel/OH)

Umgestürzte Bäume haben die Blombergbahn beschädigt. Doch am Wochenende soll der Betrieb wieder anlaufen

Sturm und Schneefall haben die Liftanlagen am Blomberg stark beschädigt. Bäume sind umgeknickt und auf Tragseile, Stützen und Wege gestürzt. Seit dem letzten Weihnachtsferienwochenende stehen die Bahnen still. Die Stadt Bald Tölz und die Bahnbetreiber arbeiten Rodelweg und Doppelsessellift, die am kommenden Wochenende wieder öffnen sollen. Dienstagmittags wurde die Forststraße zum Blomberghaus wieder frei gegeben. Weitere Wege sind gesperrt. Bahnbetreiber Hannes Zintel beschreibt, dass die Bäume überall kreuz und quer liegen. "Es ist Wahnsinn, was der Schnee für Schäden angerichtet hat", sagt er. Für Reparaturen hätten sich die Arbeiter mühsam durchgekämpft.

Am Blomberg besitzt die Stadt Bad Tölz große Waldflächen, das Gebiet gehört zum Forstrevier Kochel am See. Das Rathaus hat ein privates Unternehmen mit den Aufräumarbeiten beauftragt. Ein Trupp Waldarbeiter ist mit einem Harvester im Einsatz. Bis zur Mittelstation soll der Rodelweg am Wochenende frei sein, der obere Abschnitt bleibt aber den ganzen restlichen Winter aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. Auf der Forststraße ist das Rodeln verboten. Die Stadt hat einen zertifizierten Baumkontrolleur beauftragt, Bäume auf ihre Standfestigkeit zu überprüfen. Wie die Tölzer Kur- und Tourismusdirektorin Britta Hohenreiter sagt, kommen die Forstarbeiter gut voran. Alles liege im Zeitplan. "Ich hoffe, dass wir am Wochenende wieder aufmachen können", sagt sie.

Das wünscht sich auch Blombergbahnbetreiber Zintel. Er rechnet mit Einbußen in sechsstelliger Höhe, weil die Anlagen schon so lang still stehen und beschädigt sind. Bäume seien direkt auf die Trasse des Sessellifts gefallen, schildert er. An Stützen sei etwa die Elektrik abgerissen worden, Sessel seien durch umgestürzte Bäume verformt und verbogen worden. "Am Tragseil haben wir Abschürfungen festgestellt", sagt Zintel. Noch am Dienstag hat er das Seil magnetinduktiv überprüfen, sprich "röntgen" lassen, um weitergehende Schäden auszuschließen. "Wir sind für die Sicherheit von 230 Personen verantwortlich, wenn der Lift voll besetzt ist."

Beschädigt sind zudem die Rodellifte und die Sommerrodelbahnen. "Wir werden uns sukzessive voranarbeiten", erklärt Zintel. Die Rodelschlepplifte würden in diesem Winter wohl nicht mehr in Betrieb gehen. Zintel hofft aber, bis Freitag alle Arbeiten so weit abschließen zu können, dass die Doppelsesselbahn am Samstag wieder fahren kann. Ob der Betrieb starten könne, hänge dann davon ab, ob die Seilbahnaufsicht dies genehmige. Aus Sicherheitsgründen öffnet Zintel die Winterrodelbahn nur noch von der Mittelstation bis ins Tal. Der obere Abschnitt sei steil und nicht verkehrssicher, sagt er. Mit der Stadt verhandle er über Pläne, um die Rodelbahn in der Zukunft auch wieder von ganz oben öffnen zu können.

Der Wintereinbruch Anfang Januar war für Zintel besonders heftig. So viel schwerer Schnee und Sturmböen seien nicht alltäglich, sagt der Bergbahnbetreiber. Seine Familie betreibe die Anlagen am Blomberg seit 48 Jahren. So heftige Unwetter kämen alle zehn bis 15 Jahre vor, sagt Zintel. Um die Jahrtausendwende sei etwa im Frühjahr viel nasser Schnee gefallen. "150 Bäume lagen allein auf dem Rodelweg."

Derzeit bemerkt der Bergbahnbetreiber immer wieder Tourengeher und Wanderer, die trotz Verboten am Blomberg unterwegs sind. Er rät dringend davon ab, auf der unkontrollierten und unpräparierten Skiroute hinabzufahren. Das sei gefährlich, viele Bäume lägen quer, sagt Zintel.

Bis alle Wege von mehr als 25 Kilometern Länge auf dem Blomberg wieder frei begehbar sind, wird es dauern. Laut dem Kochler Revierförster Max Leutenbauer arbeitet sich derzeit ein Team mit Motorsäge, Harvester und Rückezug vor. Die Vielzahl umgestürzter Bäume in der Region sei für Waldbesitzer problematisch. Die Holzpreise seien niedrig. Absatzprobleme könnten folgen. Seien die umgestürzten Bäume nicht bis zum Frühjahr aus dem Wald entfernt, werde sich der Borkenkäfer massiv ausbreiten. "Dann droht die große Sekundärkatastrophe."