bedeckt München 15°

Kommentar:Rückhalt ist wichtig

Immer mehr Innenstädte veröden. Dem muss entgegengewirkt werden

Der Generationenwechsel bei den Geschäftsleuten in der Innenstadt ist kein singuläres Penzberg-Problem. Die Frage ist, wie kann dem Veröden der Zentren entgegengewirkt werden? Haben Gewerbevereine und Kommunalpolitiker überhaupt die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen? Die Antwort lautet: Ja.

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Kommunen einen Wirtschaftsförderer leisten. Bad Tölz etwa hat einen City-Manager. So einen Kümmerer braucht es auch, um am Ball zu bleiben. Denn Augen und Ohren offenzuhalten in der Branche, Kontakte zu knüpfen und gegebenenfalls vielleicht sogar eine aggressive Akquise zu starten, ist ein zeitintensiver Job. Die Konkurrenz unter vergleichbaren Städten ist groß.

In Penzberg gibt es keinen Wirtschaftsförderer mehr. Die Stadtmarketing-Genossenschaft löst sich momentan auf. Bleibt noch der Gewerbeverein "Pro Innenstadt". Er allein kann den Leerstand im Zentrum nicht beheben. Die Geschäftsleute brauchen den Rückhalt im Rathaus.

Es ist der Stadtrat, der die Grundlagen schaffen kann, damit etwa in der Innenstadt Immobilien mit attraktiven, weil großen Verkaufsflächen entstehen. Es hängt am Willen der Politik, darauf zu achten, dass zentrumsrelevantes Sortiment nicht abwandert und sich in Gewerbegebieten auf der grünen Wiese ansiedelt. Der große Spagat in Penzberg wird es sein, dass das geplante neue Handelszentrum auf dem Edeka-Gelände zwischen Zibetholzweg und Henlestraße nicht zum Totengräber insbesondere der Geschäfte an Bahnhof- und Karlstraße wird.

Aber all das Bestreben der Kommunalpolitik nutzt nichts, wenn die Immobilienbesitzer und Vermieter nicht mitspielen. Auch sie stehen in der Verantwortung, wem sie die Läden neu vermieten. Ein gesunder Branchenmix tut jeder Kommune gut. Daher darf nicht nur das Augenmerk auf den großen Gewerbesteuerzahlern liegen, die Mittelständler und Kleinen sind ebenso wertvoll.