Geretsried/München Angeklagter bleibt in der Psychiatrie

Gericht hält Geretsrieder, der seine Frau tötete, weiter für gefährlich

Wegen Gemeingefährlichkeit muss ein 59-jähriger Geretsrieder nach einer Entscheidung des Münchner Schwurgerichts auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Anstalt bleiben. Der an schweren Depressionen leidende Friedrich W. hatte am 10. Juni dieses Jahres seine Frau mit zwölf Messerstichen getötet. Als Motiv gab er Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes als Kranführer an. Zudem dürfte er mit der Pflege seiner nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmten Frau überfordert gewesen sein.

Nur zwei Wochen zuvor wurde Friedrich W. aus der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Agatharied entlassen. Er hatte gedroht, seine gleichaltrige Frau umzubringen. In der Klinik wurde er deswegen mit Psychopharmaka behandelt, die er auch nach seiner Entlassung bekam. Am Tattag jedoch übermannten ihn bereits früh morgens im Bett Zukunftsängste, er hatte noch keine Tabletten eingenommen. Er rechnete fest damit, seinen Job zu verlieren, obwohl es dafür keinerlei Anzeichen gab. Und er glaubte, in der Folge seine Wohnung in Geretsried zu verlieren. Er habe nicht gewollt, "dass sie es mitbekommt, wenn wir alles verlieren", gab W. als Grund für die Messer-Attacke auf seine Frau an. Dass er eingesperrt wurde, machte ihm nichts aus: "Das ist ein schöneres Leben als draußen", hatte er sich gesagt. Rückblickend bedauerte er die Tat: "Ich hätte das nicht machen dürfen." Laut einem psychiatrischen Gutachten geht von dem Mann auch künftig eine Gefahr aus.