Eine Revue in der Loisachhalle "Viel Gold, viel Strass, viel Eleganz"

Tänzer und Choreograf Dominik Halamek hat für Wolfratshausen "Imagine" konzipiert. Er verspricht eine spektakuläre Mischung aus Tanz, Gesang und Artistik

Interview von Stephanie Schwaderer

15 Artisten zu Land, zu Wasser und in der Luft wollen die Gäste in der Loisachhalle wieder zum Staunen bringen. Zum vierten Mal lädt der Wolfratshauser Tänzer und Choreograf Dominik Halamek an diesem Wochenende zu "Imagine" ein, einer "spektakulären Mischung aus Tanz, Gesang und Artistik", wie es in der Einladung heißt. Obwohl der Untertitel "Best of" heißt, soll es einige Überraschungen geben.

SZ: Sie haben "Imagine" eigens für Wolfratshausen konzipiert. Was bringt den Wolfratshauser zum Träumen?

Dominik Halamek: Thematisch nehme ich diesmal keinen Bezug auf die Stadt - das hatte ich zuletzt bei der African Night beim Flussfestival gemacht. Das Programm ist vielmehr auf die Gegebenheiten der Loisachhalle zugeschnitten. Ich versuche, die Halle möglichst gut auszunutzen.

Einige Veranstalter klagen über die schlechte Ausstattung. Wie sehen Sie das?

Ganz anders. Natürlich hätte man bei der Renovierung ein, zwei Dinge besser machen können. Aber ich bin seit fünf Jahren mit meinen Shows auf Tournee, kenne mindestens 200 Stadthallen in diesem Land und kann mit Gewissheit sagen: Die Loisachhalle ist kein Problemhaus, absolut nicht.

Was macht der Mann im Plastikschlauch? Spektakuläre Nummern wie Nick Beyerlers Auftritt im Jahr 2014 haben Dominik Halameks Show "Imagine" in Wolfratshausen zum Publikumsrenner gemacht.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Was könnte besser sein?

Unpraktisch ist, dass man die Traverse über dem Zuschauerraum nur mit einer Leiter erreicht. Sobald Tribüne und Stühle stehen, kann man keinen Scheinwerfer mehr einhängen. Auch die Decke über der Bühne könnte für meinen Geschmack etwas höher sein. Aber damit kann man leben. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die immer nur klagen.

Vergangenes Jahr hat die Stadt "Imagine" aus Kostengründen aus dem Veranstaltungskalender gestrichen. Müssen Sie heuer sparen?

Nein, stattdessen haben wir die Eintrittspreise moderat erhöht. Die Stadt bietet ihre Veranstaltungen ja grundsätzlich sehr günstig an, und wir sind auch mit dieser Show noch im unteren Bereich. Aber die Karten kosten diesmal bis zu 45 Euro. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass wir auch einige Plätze für 21 Euro anbieten. Interessanterweise sind das genau diejenigen, für die es am Wochenanfang noch die meisten Restkarten gab.

In Ihrer vorigen "Imagine"-Show hatten Sie den Schwerpunkt Science-Fiction gesetzt, worum geht es diesmal?

Dominik Halamek stand vor Kurzem bei der Bambi-Verleihung mit Helene Fischer auf der Bühne. Der 34-jährige Wolfratshauer gehörte auch schon zum Kreativteam der Olympischen Spiele in Peking und tanzte in der Staatsoper.

(Foto: Privat)

Wir setzen auf das Konzept "Look and feel". Vor dem Programm bieten wir erstmals ein Dinner mit Showeinlagen an. Das Thema ist Glamour, wir gehen in Richtung Revue. Schon am Eingang werden die Besucher von Artisten mit großem Federkopfschmuck empfangen, es gibt viel Gold, viel Strass, viel Eleganz.

Haben Sie auch alle Kostüme entworfen? Zu 90 Prozent, würde ich sagen. Steve Rawlings, der wunderbare Komödiant, der wieder dabei ist, trägt grundsätzlich Schwarz; da mische ich mich nicht weiter ein. Für Svetlana Wottschel, die Akrobatik in der großen Wasserschüssel macht, musste ich ein hautfarbenes Kostüm finden, das, wenn es nass wird, nicht die Farbe ändert und nicht durchsichtig wird - die Lösung heißt Netz. Überhaupt setze ich diesmal viel auf modernen Nude-Look.

Neben einigen Publikumslieblingen wird es auch neue Künstler geben. Verraten Sie einen Namen?

Jimmy Saylon, zum Beispiel. Er ist Großillusionist - so etwas hatten wir noch nie im Programm. Ich habe ihn beim Zirkus Roncalli gesehen und freue mich wahnsinnig, dass er dabei ist. Er bewegt schwere Dinge, lässt Menschen verschwinden.

Wen würden Sie denn gerade gerne verschwinden lassen?

Die tickende Uhr. Ich würde gerne kurz die Zeit anhalten. Obwohl ich mittlerweile ja wirklich Routine habe, wird es zum Ende hin immer eng, da rollt eine Lawine von Kleinigkeiten auf einen zu. Ich pendle seit Tagen zwischen den Zuständen müde und unter Adrenalin. Aber ich weiß: Es wird wieder wunderschön.

"Imagine", Loisachhalle, Wolfratshausen, Vorstellungen am Freitag, 2. Februar, und Samstag, 3. Februar, Beginn 20 Uhr, Karten zu 21/29/37/45 Euro gibt es unter anderem im Wolfratshauser Bürgerbüro und über München Ticket; nur im Bürgerbüro sind Dinner-Tickets (drei Gänge plus Getränke) zu 48 Euro erhältlich, Beginn 18 Uhr