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Dietramszell:Sickerschacht entfernt

Erste Maßnahme in Dietramszell gegen Enterokokken

Von Benjamin Engel

Noch steht nicht fest, wie der Fäkalkeim, eine Enterokokke, in das Dietramszeller Trinkwasser gelangen konnte. Doch die Gemeinde Dietramszell hat bereits reagiert: Am Freitag hat sie einen alten Versickerungsschacht neben dem Brunnen Baiernrain entfernen lassen. Dies hatte das Tölzer Gesundheitsamt empfohlen, wie der Dietramszeller Wassermeister Matthias Waldberg sagt. Darüber könnte, so die Vermutung, der Fäkalkeim in den Brunnen gelangt sein. Die Leitungen in den Dietramszeller Ortsteilen Baiernrain, Berg, Fraßhausen, Kolbing, Linden , Lochen, Schlickenried, Steingau und Thalham werden gechlort. Laut Waldberg sollten die betroffenen Anwohner das Wasser weiterhin abkochen.

Bisher, so erklärt der Dietramszeller Wassermeister, sei das Regenwasser vom Dach des Brunnens zentral gesammelt worden und zum Versickerungsschacht geleitet worden. Das sei früher gängige Praxis gewesen. Heute solle dies nicht mehr an einem Punkt im Boden versickern. Das Gesundheitsamt hält es nach Angaben von Waldberg für möglich, dass so verunreinigtes Wasser eventuell in den Brunnen gelangt ist. Deshalb seien sie sofort tätig geworden und hätten den Versickerungsschacht entfernt.

Zudem vermutet Waldberg, dass der Keim auch über einen Defekt am Hochbehälter Jasberg eingedrungen sein könnte. Dieser sei in den 1930 oder 1940er Jahren aus Stampfbeton gebaut worden und sei nicht isoliert. Dies müssten sie aber erst noch klären. Bisher sei diese Vermutung nichts als reine Spekulation. Der Dietramszeller Wassermeister rechnet in der nächsten Woche mit genaueren Erkenntnissen. Bis dahin prüft er mit seinem Mitarbeiter Max Müller täglich die Chlorkonzentration im Trinkwasser. Die dürfe nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig sein, sagte Waldberg auf Nachfrage.

Die Probe aus dem Hochbehälter Jasberg, in welcher der Keim entdeckt wurde, war schon vor zwei Wochen entdeckt worden. Die Gemeinde erfuhr davon erst am vergangenem Mittwoch. Dietramszell umfasst 104 Quadratkilometer und besteht aus laut Waldberg aus 60 Ortsteilen. Zusammen mit Müller betreut der Wassermeister insgesamt 90 Kilometer an Hauptleitungen und rund 1300 Hausanschlüsse. Es sei eine sehr große Aufgabe, die Anwohner mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, sagt er. Das werde als zu selbstverständlich angesehen. Deshalb will er die Menschen künftig mit einem Tag der offenen Tür informieren.

© SZ vom 10.05.2014

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