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Bürgerversammlung Bad Tölz:Neuer Stadtrat soll sich zum Spa bekennen

Der Tölzer Bürgermeister Josef Janker erwartet einen Grundsatzbeschluss: Auch die eben erst gewählten Mandatsträger sollen die geplante Wellness-Einrichtung als "unentbehrliche Infrastruktur" bewerten

Von Suse Bucher-Pinell

Die Umwandlung des belebten Alpamare Spaßbads in ein ruhiges Alpamare Spa war auch in der Bürgerversammlung dominierendes Thema. Bürgermeister Josef Janker (CSU) will die Entscheidung über das weitere Vorgehen dem neu gewählten Stadtrat überlassen. Er erwartet aber von dem Gremium, in dem neun der 24 Mitglieder Neulinge sind, einen Grundsatzbeschluss, der die Wellness- und Spa-Einrichtung für Gäste und Einheimische als "unentbehrliche Infrastruktur" der Stadt bestätigt. Vorerst habe man "Gas rausgenommen", sagte Janker im Kurhaus vor etwa 80 Besuchern.

Am Donnerstag, 10. April, sollen die Bürger in einem Dialogforum über den Sachstand aufgeklärt werden, nachdem Janker in jüngster Zeit immer wieder gravierende Informationslücken festgestellt hat. Er sieht den Termin als Beginn regelmäßiger Veranstaltungen, bei denen unterschiedliche Themen erläutert werden sollen. Nachdem die Verhandlungen zwischen dem Betreiber, der Jod AG, und der Stadt über ein Zukunftskonzept gescheitert sind, plant die Stadt nun eine eigene Einrichtung an der Arzbacher Straße auf eigenem Grund zu bauen und diese dann an einen Betreiber zu verpachten. Defizite dieser Einrichtung könne die Stadt ausgleichen, nicht aber die eines Privatbades. "Die Stadt darf nicht Defizite eines fremden Unternehmens tragen", stellte Janker klar.

Er betonte, dass der Stadt keine Informationen darüber vorlägen, wann das Alpamare geschlossen werde. Was in dem Bürgerbegehren stehen solle, das Alpamare-Beschäftigte, Gastgeber, Gastronomen und Einzelhändler anstrengen, müsse die Jod AG mit den Bürgern ausmachen. Zu Hotelplänen an der Bockschützstraße und der Arzbacher Straße, die neben Gesundheit und Wellness eine weitere Säule der Neuen Tölzer Hotelkultur darstellen, sagte Janker, dazu lägen bisher weder konkrete Pläne vor noch seien Verträge unterschrieben; auch die Finanzierung sei nicht geklärt.

Sobald sich der Stadtrat dazu bekannt habe, soll daran weitergearbeitet werden. "Dafür brauchen wir aber einen Beschluss und eine starke Mehrheit im Stadtrat, die dahinter steht." Janker beklagte, dass im Zusammenhang mit der Neuen Tölzer Hotelkultur oft "ein Schmarrn" erzählt werde. "Alles, was ich öffentlich sage, wird interpretiert und es wird spekuliert", schimpfte er. Leute, die null Basiswissen hätten, weil sie sich nicht informierten, formulierten Leserbriefe ohne zu wissen, was sie da schreiben. "Das schadet der Stadt wirklich", sagte er.

In seinem halbstündigen Rückblick fasste Janker die zurück liegenden sechs Jahre seit Beginn seiner Amtszeit zusammen und zählte "zukunftsorientierte Investments" von der Sanierung des Kurhauses bis zum Ausbau von Krippenplätzen und Ganztagsbetreuung auf.

Michael Voigt schlug vor, dass die Stadtratssitzungen nicht schon um 16 Uhr, sondern um 18 Uhr beginnen sollten, damit Berufstätige wie er daran teilnehmen könnten. Er wünschte sich auch Unterstützung durch die Stadt, wenn er sich beim Straßenbauamt Weilheim für einen Fußgängerüberweg am Lettenholz einsetze.

Uwe Suchan wollte wissen, ob es tatsächlich Pläne für Wohnbau an der General-Patton-Straße gebe. Janker sagte, dort habe die Stadt eigenen Grund, der für sozialen Wohnungsbau geeignet wäre, aber erst nach Fertigstellung der Nordumfahrung. Gerhard Schmolke hatte kurz vor der Versammlung Aufschluss über die Beteiligungen der Tölzer Stadtwerke beantragt. Er muss ob umfangreicher Recherchen darauf noch etwas warten.

© SZ vom 05.04.2014

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