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Weitere Briefe:Autobahnfahren wie ein Wackeldackel

Demokratische Ignoranz

Welch arroganter, demokratiefeindlicher Auftritt der größten Regierungspartei Bayerns ("CSU kritisiert FDP für Corona-Kurs" vom 20. Oktober)! Nicht nachvollziehbare, unangemessene, willkürliche, kaum begründbare, aktionistisch erlassene, am nächsten Tag wieder rückgängig gemachte oder nochmals verschärfte Corona-Ver- und Gebote, Einschränkungen und Auflagen der Staatsregierung führen zu rapide schwindender Akzeptanz und Bereitschaft zum Mitmachen in der Bevölkerung.

Zunehmend werden die Erlasse von Gerichten wieder kassiert. Die unzureichende Durchführung der Tests für alle Reiserückkehrer im Sommer spricht auch nicht unbedingt für die Allein-Kompetenz unserer Staatsregierung. Verbote und Einschränkungen verkünden ist das eine, konsequente Verfolgung und wirksame Ergebnisse dadurch zu erzielen das andere. Lieber ein bisschen weniger, aber das dann richtig machen. Fordert nun die FDP mehr Mitspracherechte der (im Gegensatz zur Regierung gewählten) Parlamente ein, spricht der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, der FDP die "demokratische Vernunft" ab, Ministerpräsident Markus Söder stellt die FDP in die AfD-Ecke, und fertig. So einfach ist das: statt Argumenten Diskreditierung. Und da wundert es unsere Regierenden, auch die im Bund, dass das Volk nicht mehr begeistert mitzieht? Claudia Gleßner, Langenbach

Benachteiligung Behinderter

Im Herbst 2019 gab mir ein Arzt eine Überweisung für ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) für unsere behinderte Tochter (51 Jahre, Pockenschutz-Impfall, Entwicklungsstand circa 16 Monate). Es gelang mir nicht, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine Klinik zu finden, die bereit war, stationär ein MRT zu machen (zum SZ-Beitrag "Besondere Patienten" vom 14. Oktober). Das bayerische Gesundheitsministerium war nicht bereit oder nicht in der Lage, mir eine entsprechende Klinik zu nennen.

Mir sind Fälle bekannt, in denen Behinderten, die nicht alleine essen konnten, einfach das unangetastete Essen weggenommen wurde. Noch schlimmer finde ich, dass es juristisch nicht möglich ist, für Menschen mit geistiger Behinderung eine Patientenverfügung zu machen. Sie sind damit den Ärzten bedingungslos ausgeliefert. Dr. Helmut Huber, Murnau

Wackeldackel-Autobahn

Das "ruppige" Fahrgefühl, das Thomas Lukowski in seinem Leserbrief ("Miserable Fahrbahndecke - zu laut für die Anwohner" vom 14. Oktober; "Schneller als gedacht" vom 8. Oktober) sehr gut beschreibt, kommt daher, dass man auch auf der A94 meistens auf Betonplatten fährt. Das ist der Punkt der dringend hinterfragt werden muss: Warum bekommt der bayerische Osten immer Beton auf die Autobahnen und keinen Asphalt? 70 Prozent der deutschen Autobahnen sind asphaltiert, 30 Prozent mit Betonplatten verlegt. Bis auf wenige Kilometer im Norden Deutschlands sind die anderen Betonkilometer alle im Osten Bayerns: A92 nach Deggendorf, A93 nach Regensburg, A94 nach Passau, A3 Nürnberg - Passau. Warum ist das so? Sind die Ostbayern keinen Asphalt wert? Wer plant so einen Mist und nimmt ihn dann auch noch ab? Man hat mit den Betonplatten nicht nur eine rauere Oberfläche, sondern auch alle paar Meter eine Stoßstelle, wie wenn man Trambahnschienen quert, mit entsprechender Geräuschentwicklung. Wenn die dann auch noch nicht sauber verlegt sind, sitzt man im Auto wie eine Wackeldackel. Söder sollte mal, bevor wieder Lärmtests durchgeführt werden, für die Anwohner und Autofahrer den modernen geräuscharmen Asphaltbelag auftragen lassen und die Rechnung nach Berlin schicken. Werner Kreißler, München

© SZ vom 22.10.2020
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