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Trotz Bedenken:Eine-Welt-Haus wird saniert

Stadtrat genehmigt einstimmig Ausgaben von 1,5 Millionen Euro

Die CSU-Fraktion im Stadtrat stimmt einem Umbau des Eine-Welt-Hauses für rund 1,5 Millionen Euro an der Schwanthalerstraße 80 zu, "um seinen Bestand nicht zu gefährden". Das ist das überraschende Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung des Kommunal- und Kulturausschusses am Donnerstag. Überraschend deshalb, weil die CSU das Eine-Welt-Haus seit seiner Gründung immer wieder scharf anging. Grund dafür sind meist israelkritische Veranstaltungen, häufig organisiert von Palästina-Gruppen. Das Eine-Welt-Haus ist ein Versammlungshaus, das die Stadt den zahlreichen multikulturellen Vereinigungen zur Verfügung stellt. Es ist 354 Tage im Jahr geöffnet und wird von 85 festen Gruppen genutzt. "Im vergangenen Jahr kamen 84 000 Besucher", so Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD), "es gab insgesamt 10 000 Raumbelegungen."

Nun braucht das Gebäude eine neue Lüftungsanlage und verbesserten Schallschutz, um die Nachbarschaft nicht allzu sehr zu stören. Das städtische Baureferat hat dafür Kosten von maximal 1,56 Millionen Euro kalkuliert. "Das ist die Obergrenze", so der leitende Baudirektor Johann Georg Sandmeier. Eigentlich hätte sich der Kulturausschuss des Stadtrats schon Anfang Juni mit dem Projekt befassen wollen, die CSU forderte damals jedoch eine Vertagung, weil ihr die Sanierungskosten zu hoch erschienen. Es sei fraglich, so die Christsozialen damals, "ob das Gebäude überhaupt so viel wert ist".

Das städtische Bewertungsamt hat für das Haus einen derzeitigen Wert von rund 2,6 Millionen Euro errechnet, ein vergleichbarer Neubau käme je nach Ausstattung auf mindestens sieben bis beinahe neun Millionen Euro. Insofern seien die Sanierungskosten durchaus wirtschaftlich vertretbar. Der CSU-Kultursprecher Richard Quaas und weitere Stadträte seiner Fraktion waren zwar "nicht hundertprozentig überzeugt", stimmten aber schließlich doch zu: "Es ist ja nicht unser Ziel, das Eine-Welt-Haus auf kaltem Weg abzuwickeln oder in seinem Bestand zu gefährden." Mangels Alternativen in Form anderer städtischer Gebäude in der Nähe kam es so zu einem einstimmigen Beschluss zugunsten der Sanierung.