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Strafprozess:6000 Euro Strafe für Schläge gegen Heino Ferch

Spuren des Bösen - Zauberberg; Heino Ferch

Zog sich bei der Schlägerei sichbare Verletzungen im Gesicht zu: Heino Ferch.

(Foto: Petro Domenigg / ZDF)
  • Schauspieler Heino Ferch wurde vergangenes Jahr bei einer After-Wiesn-Party im Münchner Club "Heart" in eine Prügelei verwickelt.
  • Jetzt wurde ein 32-jähriger Mann aus Leipzig zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.
  • Das Gericht folgte der Schilderung von Heino Ferch.

Ein Spieler der Oberligamannschaft Lok Leipzig ist am Montag vom Münchner Amtsgericht wegen Körperverletzung verurteilt worden. Der 32-jährige Steve R. muss 6000 Euro Geldstrafe zahlen, weil er voriges Jahr bei einer After-Wiesn-Party im Münchner Club "Heart" den Schauspieler Heino Ferch verprügelt hat.

Der 52-jährige Ferch ("Der Untergang") wurde so schwer im Gesicht verletzt, dass er einen Drehtermin platzen lassen musste. Der Filmfirma entstand dadurch ein Schaden in Höhe von 300 000 Euro, für den eine Versicherung aufkam. Das Geld will sich die Assekuranz nun von dem Fußballer zurückholen.

Heino Ferch Heino Ferch verprügelt
Nach Wiesnbesuch

Heino Ferch verprügelt

Nach einem Oktoberfestbesuch wollte Heino Ferch noch in einem Münchner Club weiterfeiern. Doch dann wird der Schauspieler von zwei Männern verprügelt.

Mit Eiswürfeln beworfen

Heino Ferch und seine Frau Marie-Janette, 38, hatten am 27. September 2014 zunächst im Käfer-Zelt auf dem Oktoberfest gefeiert. Anschließend ging es mit Bekannten ins "Heart"; dort war bereits ein Tisch für den Promi reserviert.

Im Club war es sehr voll, weshalb sich mehrere Besucher im Gedränge halb auf Ferchs Tisch hockten und dabei einen großen, mit Eis gefüllten Flaschenkühler in Richtung des Schauspielers bugsierten. Der schob den Kübel zurück, bekam ihn aber gleich wieder vor die Nase gesetzt. Nach einigem Hin und Her reichte es Ferch: Er warf mit Eiswürfeln auf die ungebetenen Gäste an seinem Tisch.

Starke Prellungen im Gesicht

Steve R. rastete daraufhin nach der Überzeugung von Richterin Margret Eisenmann aus und schlug Ferch mit der Faust ins Gesicht. "Ich hatte ein Knock-Out-Gefühl", sagte Ferch. Als er wieder zu sich kam, wehrte er sich und landete im Gerangel mit seinem Kontrahenten auf dem Boden.

Dann habe er weitere "Schläge oder Tritte" verspürt, so Ferch, der starke Prellungen im Gesicht erlitt und sich zudem Knie und Ellenbogen aufschlug.

Wer auf ihn eingetreten hatte, ließ sich vor Gericht nicht mehr klären, auch deshalb, weil die meisten Clubgäste an jenem Abend betrunken waren. Jedenfalls wurde der neben Steve R. ebenfalls angeklagte 31-jährige Markus S. vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen. Man könne ihm weder Tritte noch Schläge nachweisen, befand auch der Staatsanwalt.

Entlarvende SMS an eine Freundin

Anders im Fall Steve R. Hier ging die Anklage weiter davon aus, dass er ohne Not zumindest ein Mal mit der Faust zugeschlagen hatte. Der Leipziger bestritt das durchwegs und sagte, dass der Schauspieler auf ihn losgegangen sei und er sich nur gewehrt habe.

Dieser Version von Tathergang stand eine Reihe von Kurznachrichten entgegen, die R. nach der Prügelei einer Freundin aufs Handy geschickt hatte: "Ich habe Scheiße gebaut. Ich hoffe, dass ich da irgendwie rauskomme", lautete eine dieser Nachrichten.

Blut an den Schuhen

Für den Staatsanwalt und auch für die Richterin las sich das wie ein Schuldeingeständnis des Angeklagten. Zudem war auf seinen Schuhen, die er im "Heart" getragen hatte, Blut von Heino Ferch gefunden worden. Die Verteidigung zog Ferchs Version von der Auseinandersetzung in Zweifel: "Herr Ferch möchte als Prominenter, nicht als Aggressor dastehen", sagte Anwalt Frank Eckstein: "Warum sollte man ihm eine höhere Glaubwürdigkeit zusprechen als meinem Mandanten?"

Die Antwort darauf gab die Richterin: Steve R., der bei der Prügelei selbst verletzt worden sei, habe zunächst behauptet, eine Beule an seiner Stirn stamme vom Fußballspielen. Dann habe er plötzlich ausgesagt, die Beule habe ihm Ferch zugefügt, so die Vorsitzende weiter: "Das passt alles nicht zusammen." Sie verhängte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 50 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.