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Weßling:Teddybären und Medaillen

Beim 19. SZ-Lauf sind Sportler im Alter von drei bis 78 Jahren dabei - Link und Merwerth siegen bei den Erwachsenen

WeßlingEine einsame Gestalt lief nach rund einer halben Stunde auf der Zielgeraden am Weßlinger Sportplatz ein. Applaus und die "Hopp, hopp, hopp"-Rufe der Zuschauer am Rande des Sportplatzes spornten den Läufer mit der Nummer 106 noch an, Vorjahressieger Frank Merwerth. "Der hätte sogar Zeit, um am Wegesrand einen Blumenstrauß für den Muttertag zu pflücken", scherzte Stadionsprecher Chris Halbich vom Ausrichter SC Weßling.

SZ-Lauf Rund um den Weßlinger See

SZ-Lauf Rund um den Weßlinger See Weßling SZ-Lauf 'Rund um den Weßlinger See' - hier das Hauptrennen über 10 Kilometer

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Nachdem er das Läuferfeld weit hinter sich gelassen hatte, kam Merwerth nach zehn Kilometern mit einem sicheren Vorsprung von zwei Minuten ins Ziel beim 19. SZ-Volkslauf rund um den Weßlinger See. Der erste Blick des Münchners galt der Stoppuhr: 33:13 Minuten. Damit hatte Merwerth seine Bestzeit vom vergangenen Jahr um 15 Sekunden verbessert. "Das war eine gute Übung für den Berlin-Marathon", sagte der 40-Jährige. Gute zehn Minuten später kam die erste Frau ins Ziel. 43:33 Minuten brauchte Charlotte Link. Die Pöckingerin, Jahrgang 1993, war zufrieden: "Eine Minute schneller als bei meinem letzten Rennen." Auch für sie war der Lauf um den See eine Art Training. "Mein nächstes Ziel ist der Halbmarathon in München." Die langjährigen Streckenrekorde von 31:37 Minuten bei den Herren und 36:48 Minuten bei den Damen konnten freilich wieder nicht geknackt werden.

Aus dem gesamten Landkreis und Umgebung waren die rund 450 Läufer, darunter 150 Kinder, nach Weßling gekommen. In Schlangen warteten die Teilnehmer darauf, dass die Chips für die Zeitmessung, T-Shirt und Startnummer verteilt wurden. Zur Stärkung hatten die Helfer vom SC Weßling Berge von Bananen, Wassermelonen und Kuchen aufgebaut. Besonderen Applaus gab es für die jüngsten Teilnehmer bis acht Jahre. Einen ganzen Kilometer mussten sie bewältigen. Da gab's schon mal Tränen nach einem Sturz. Oder Mama und Papa mussten Überzeugungsarbeit leisten, damit die Kleinen nicht aufgaben. Einige hatten ihre persönlichen Laufassistenten dabei: Eltern oder ein größeres Geschwisterkind. Verlierer gab es bei dieser Runde keine. Im Ziel wurde jedes Kind von den fotografierenden Eltern erwartet und mit Goldmedaille und Teddybär belohnt.

Die älteren Schüler mussten 1,3 - zum See und zurück - oder 3,4 Kilometer - einmal um den See - bewältigen. Beim Zehn-Kilometer-Lauf ging es viermal um den See. Wer im vorderen Feld mitlaufen wollte, musste strategisch vorgehen. "Wer nicht in der ersten Reihe steht, hat keine Chance sich vom Pulk abzusetzen", fachsimpelte ein Zaungast. Bei den meisten ging es aber gar nicht ums Gewinnen, sondern darum, persönlich gesetzte Ziele zu erreichen. Der Herrschinger Konrad Ganzkofner zum Beispiel, Jahrgang 1934, lief als ältester Teilnehmer mit. Nach 60:17 Minuten kam der 78-Jährige ins Ziel. Bei den "Zwergerln" hielt die dreijährige Paulina aus Weßling den Altersrekord der Jüngsten. Iris Gall aus Greifenberg war mit 45:35 Minuten die drittschnellste Frau. Statt nach der Zeit zu schielen, musste die dreifache Mutter zuerst ihr Baby stillen, Söhnchen Tobias, 14 Wochen alt. Die Ergebnisse der Läufer stehen im Internet unter www.seelauf.eu.

© SZ vom 14.05.2012
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