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Seefeld:Wunsch nach barrierefreiem Bahnhof

Wenn es um die Ortsentwicklung geht, herrscht Einigkeit unter den Bürgern

Von Christine Setzwein, Seefeld

Es hat lange gedauert, bis sich der Gemeinderat Seefeld zu einem Ortsentwicklungskonzept und der damit erforderlichen Bürgerbeteiligung durchringen konnte. Dass die Seefelder sich für ihre Heimat interessieren und mitreden wollen, zeigt sich nicht nur an gut besuchten Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen. Die Auftaktveranstaltung in Hechendorf im Juni lockte so viele Bürger in den Bürgerstadl, dass viele stehen mussten. Am Ende waren die aufgestellten Tafeln voller bunter Karten mit Ideen, Kritik und Anregungen zu den Stärken und Schwächen der Gemeinde. Mittlerweile sind auf der Homepage unter www.ortsentwicklung-seefeld.de und im Rathaus etwa 500 Beiträge eingegangen. "Ein voller Erfolg", freut sich die Gemeinde und zieht mit dem Planungsteam ein erstes Fazit.

Sie haben festgestellt, dass über bestimmte Schwächen und Stärken Einigkeit innerhalb der Bürgerschaft herrscht. Was den Verkehr betrifft, ist etwa die Zufriedenheit mit dem breiten Angebot des öffentlichen Nahverkehrs groß. Andererseits wünschen sich viele Seefelder dringend einen barrierefreien S-Bahnhof. Auch das große Verkehrsaufkommen in den Gemeindeteilen wird kritisiert. Viele Bürger sprechen sich deshalb für Tempo-30-Zonen aus.

Im Bürgerdialog ist auch das Zusammenleben ein Thema. So wird das rege Vereinsleben und die Nachbarschaftshilfe oft positiv hervorgehoben, während viele bei Spielplätzen Handlungsbedarf sehen. Außerdem wünschen sich die Seefelder mehr Begegnungsstätten für Jung und Alt, zum Beispiel Jugendtreffs auch in den anderen Ortsteilen, oder mehr Gastronomie. Den Wochenmarkt in Oberalting loben viele, aber die Umfrage zeigt laut Gemeinde, dass sich auch die Hechendorfer solch einen Markt wünschen würden. Ohnehin beklagen sie, dass sie zu wenig Einkaufsmöglichkeiten hätten.

Noch bis zum Herbst können sich die Seefelder einbringen. Auf der Homepage gibt es dazu nähere Informationen. Auch die Termine für die Bürgerwerkstätten stehen jetzt fest: am 18. Oktober im Bürger-stadl Hechendorf, am 25. Oktober in Oberalting im Haus Peter und Paul und am 8. November in Drößling in der Fattoria. Ziel dieser Werkstätten sei es, sich intensiv mit den Problemstellungen, die während der Bestandsaufnahme aufgekommen sind, auseinanderzusetzen und die eingegangenen Beiträge aufzuarbeiten, teilt die Gemeinde mit.

© SZ vom 02.09.2019

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