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Seefeld:Streit um Klinik

Standortfrage spaltet die Bürgerschaft in zwei Lager

Es ist schon theaterreif, was in diesem Jahr in Seefeld passiert. Zuerst zieht Bürgermeister Wolfram Gum - völlig überraschend - ein Grundstück für einen Krankenhausneubau aus der Tasche. Dann startet eine Bürgerinitiative - überhaupt nicht überraschend - ein Bürgerbegehren. Dann gibt es großen Streit zwischen den beiden Parteien. Dann bringt - wieder überraschend - ein Starnberger eine gute Nachricht, die Gemeinde macht einen Rückzieher, und die Seefelder Welt ist wieder in Ordnung. So die Kurzversion.

Die lange: Im Mai beschließt der Gemeinderat, beim Regionalen Planungsverband München zu beantragen, dass in dem Spitz zwischen den Staatsstraßen 2348 und 2068 ein 25 000 Quadratmeter Fläche für einen Klinikneubau aus dem regionalen Grünzug genommen wird. Nur ein Vorratsbeschluss, versichert Bürgermeister Wolfram Gum, denn zu dieser Zeit ist nicht klar, ob die Chirurgische Klinik in der Seefelder Ortsmitte saniert und erweitert werden kann. Die Bürger laufen Sturm, befindet sich das Areal doch im wunderschönen Aubachtal und ganz in der Nähe der Eichenallee, die in die Denkmalliste eingetragen ist. Die Unterschriften für ein Bürgerbegehren sind schnell zusammen. Doch der Gemeinderat lehnt es in einer Sondersitzung im August aus formalen Gründen ab, die Emotionen kochen hoch.

Bevor das ganze gerichtsmassig wird: Auftritt Thomas Weiler, Geschäftsführer der Krankenhaus Starnberg GmbH, unter deren Dach die Seefelder Klinik noch in diesem Jahr schlüpfen wird. Im September teilt er dem Gemeinderat mit, dass die 140 Jahre alte Klinik Seefeld höchstwahrscheinlich doch an ihrem Standort generalsaniert und erweitert werden kann. Schwupps ziehen die Seefelder ihren Antrag an den Planungsverband zurück - und kommen so auch einer Ablehnung ihres Antrags durch die Verbandsversammlung zuvor.

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