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Seefeld:Nadelöhr Drößling

Gemeinde hofft auf Einigung mit Anliegern für Straßenverbreiterung und Gehwegbau

Von Christine Setzwein, Seefeld

Die Straße durch den Seefelder Ortsteil Drößling ist so eng, dass es immer wieder zu Problemen kommt, vor allem, wenn sich Busse und Lkw begegnen. Außerdem gibt es keinen Gehweg. Seit Jahren schon will die Gemeinde Seefeld die Situation ändern. Zuletzt war die Rede von einer Ampelanlage, die zwischen der Gärtnerei Pirzer und der engen Kurve am Ortsausgang Richtung Seefeld eine einspurige Verkehrsführung möglich mache. Dann könnte dort auch ein Gehweg angelegt werden. Das war der Kenntnisstand der Gemeinderäte bis zur jüngsten Sitzung, in der ein Antrag der Fraktion der Grünen/BI Eichenallee auf der Tagesordnung stand, in dem sie ein Verkehrskonzept für Unering fordert. Unering deshalb, weil zu befürchten sei, dass die Ampelanlage in Drößling die Verkehrssituation in Unering negativ beeinträchtigen werde. Autofahrer aus Seefeld und Starnberg würden künftig Drößling wegen der Wartezeit an der Ampel meiden und den Weg über Unering nehmen, so die Grünen.

Die Ampel braucht es wahrscheinlich nicht, sagte Bürgermeister Klaus Kögel (CSU) zur Überraschung vor allem der Drößlinger Gemeinderäte Ulrich Pirzer (FWG) und Christian Wagner (BVS). Kögel gab bekannt, dass er mit Anliegern im Gespräch sei, die eventuell Grund abtreten würden. Dann könnte auf Seite der Kirche ein eineinhalb Meter breiter Gehweg angelegt und die Fahrbahn durchgehend auf sechs Meter verbreitert werden. Das Straßenbauamt Weilheim, das normalerweise 6,50 Meter fordert, wäre damit zufrieden, sagte Ralf-Peter Beutel vom Seefelder Bauamt. Eine Ampelanlage wäre überflüssig. "Es wäre schön, wenn wir das auch gewusst hätten", meinte Pirzer, weil er immer wieder von Drößlingern angesprochen werde, wann die Ampel endlich komme. Der Antrag der Grünen wurde zurückgestellt.

Handlungsbedarf sehen Grüne und BI auch in der Ortsdurchfahrt Hechendorf. Dort soll sich vor allem die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessern. Die Fraktion schlägt Zebrastreifen an den Querungshilfen an der Inninger Straße am Ortseingang auf Höhe des Abzweigs Aubachweg/Seestraße und auf Höhe der S-Bahn-Brücke vor. Außerdem sollten feste Radaranlagen installiert und Tempo 30 im Hangbereich der Inninger Straße bis zum Ortsausgang Richtung Seefeld eingeführt werden.

Das Landratsamt lehnt sowohl stationäre Messanlagen als auch Tempo 30 ab, weil es sich bei der Ortsdurchfahrt Hechendorf nicht um einen Unfallschwerpunkt handle. Das stieß den Gemeinderäten sauer auf. "Das hören wir seit Jahren", schimpfte Johanna Senft (BVS). Autofahrer, die von oben kommen, seien oft viel zu schnell. "Brandgefährlich " nannte Josef Wastian (FW) die Situation dort. Ortwin Gentz erinnerte an einen schweren Unfall mit einem Kind und einen "abrasierten Zaun" über mehrere Meter. Jetzt sollen Smileys angeschafft werden. Im Frühjahr will man einen Fahrradschutzstreifen auf die Fahrbahn malen.

© SZ vom 21.12.2020
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