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Riederau:In Liebe entflammt

Manuela Fink, Feuerwehrkommandatin, die nach 19 Jahren aufhört, weil sie heiratet

Manuela Fink gibt ihr Amt als Feuerwehrkommandatin ab.

(Foto: oh)

Die Riederauer Feuerwehrkommandantin Manuela Fink gibt ihr Amt auf, weil sie im Herbst heiratet

Es gibt Entscheidungen, die sind schade und schön zugleich: eine solche hat Manuela Fink getroffen. Die 35-Jährige war fünf Jahre lang Kommandantin der Feuerwehr im Dießener Ortsteil Riederau. Das ist nicht alltäglich, sondern höchst selten - eine Frau an der Spitze der Feuerwehr. Schon darum ist es natürlich schade, dass Fink ihren Posten jetzt aufgegeben hat.

Schön ist ihre Entscheidung allerdings aus einem anderen Grund, denn Fink geht der Liebe wegen. Sie wird im kommenden Herbst heiraten und zu ihrem Mann nach Denklingen ziehen, das liegt zwischen Landsberg und Schongau. Seit acht Jahren sind die beiden zusammen, jetzt machen sie, wie man so schön sagt, "Nägel mit Köpfen". Sie wird im neuen Wohnort ihren ersten Wohnsitz anmelden und in Riederau den zweiten.

Manuela Fink ist keine Freundin großer Worte und eine stringente Frau. Kommandantin zu sein, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, sagt sie. "Ich muss mich auf meine Mannschaft verlassen können und die Mannschaft sich auf mich." Und das konnten die Riederauer Feuerwehrler immer. Darum hätten sie die 35-Jährige auch gerne als Chefin behalten. Doch das macht, so leid es ihr tut, schon aus räumlichen Gründen keinen rechten Sinn: "Es geht nicht, dass die Kommandantin immer als letzte zu den Einsätzen kommt, weil sie erst mal 30 Kilometer fahren muss."

Die 40 Männer in ihrer Feuerwehr zu befehligen, das war für Fink nie eine Schwierigkeit. "Das hat gut geklappt, von Anfang an", sagt sie leichthin. "Bei uns war die Frage, ob weiblich oder männlich, nie Thema." Und auch kein Problem. Fink weiß aber von anderen Feuerwehren, in denen eine Frau an der Spitze undenkbar wäre. Im Landkreis Landsberg gibt es übrigens noch eine Truppe, in der eine Frau Kommandantin ist. Der Landkreis Starnberg kann damit indes nicht aufwarten.

"Feuerwehr ist immer noch eine echte Männerdomäne", weiß Fink. "Dabei können Frauen das genauso gut", davon ist sie überzeugt. Und sie weiß wovon sie spricht: Vor 19 Jahren ist Manuela Fink mit vier anderen jungen Frauen in die Mannschaft der Riederauer Feuerwehr eingetreten. Heute sind die Frauen im Verein zwar noch in der Unterzahl, aber immerhin zu acht. Das ist schon etwas.

Manuela Fink bleibt der Freiwilligen Feuerwehr übrigens treu, schon aus familiärer Tradition: Ihr Vater und ihr Bruder waren schon bei der Riederauer Feuerwehr dabei, als sie mit 16 Jahren in die Truppe eintrat. Das schafft Gemeinsamkeiten und auch eine Nähe zum Heimatdorf, das sie jetzt verlässt. Und weil sie eben keine großen Worte macht, sagt sie dazu schlicht: "So spielt das Leben eben."

© SZ vom 05.03.2016
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