Possenhofen Sammlerobjekt Sisi

Rosemarie Mann-Stein trägt für das Elisabeth-Museum in Possenhofen unermüdlich Exponate aus dem Besitz der ehemaligen österreichischen Kaiserin und ihrer Familie zusammen. Viele ersteigert sie bei eBay

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Possenhofen, Sisi Museum Possenhofen, Sisi Museum, Trauerfächer zur beerdigung v. Rudolph, handgemalt für Sisi von der jüngste Tochter Marie Valerie. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Das Kaiserin-Elisabeth-Museum ist zu einem großen Anziehungspunkt für die Pöckinger, Ausflügler und Touristen geworden. Und der Förderverein tut viel, um das Museum Schritt für Schritt weiter auszubauen. Zum Saisonstart am 1. Mai kann die Museumsleitung wieder zahlreiche neue Exponate präsentieren. Der diesjährige Schwerpunkt lautet: Sisis Kindheit in ihrer Heimat München und in Possenhofen. Großes Augenmerk wird dabei auf ihre Mutter Ludovika von Bayern gelegt.

Zwei Fächer aus dem Besitz der Österreichischen Kaiserin Elisabeth, Porzellanfiguren, Schmuckstücke, Geschirr aus dem kaiserlichen Besitz, eine Zigarre aus der persönlichen Schatulle von Kaiser Franz Josef: Die Verdoppelung der Besucherzahlen in den vergangenen drei Jahren auf rund 10 500 hat so viel Geld in die Kasse gespült, dass der Förderverein wieder kräftig investieren konnte. Mehr als 60 000 Euro hat der Verein zwischen 2010 und 2012 für den Erwerb neuer Objekte ausgegeben. Nach Angabe n von Rosemarie Mann-Stein, Museumschefin und Vorsitzende des Fördervereins, sind alle neuen Objekte authentisch und verfügen über Expertisen.

Wenn Mann-Stein auf eBay Gegenstände aus dem Besitz der ehemaligen österreichischen Kaiserin oder ihrer Familie entdeckt, kann sie sich nicht mehr zurückhalten. Ihre Sammelleidenschaft ist so groß, dass sie zuweilen auch für sich privat Objekte ersteigert und sie anschließend dem Museum zur Verfügung stellt. So wie beispielsweise einen reich verzierten Bildband über die Krönung von Sisi und Franz Josef zu Königin und König von Ungarn im Jahr 1867. Es sind darin nicht nur minutiös alle Ereignisse dieses Tages protokolliert, es enthält auch wunderschöne Lithografien vom Königspaar.

Doch die Highlights in diesem Jahr sind Exponate, wie eine Biskuit-Porzellan-Figurengruppe vom Hochzeitspaar Sisi und Franz Josef im Jahr 1854 oder die Büste von Sisi als siebenjähriges Mädchen. Die Original-Holzbüste, die von dem deutschen Künstler Anton Fernkorn geschaffen wurde, steht im Hof-Mobilien-Depot in Wien.

Für das Kaiserin-Elisabeth-Museum wird derzeit ein Duplikat aus Marmor angefertigt. Auf den Trauerfächer, den Sisis jüngste Tochter Valerie selbst bemalt hat, ist die Museumsleitung ganz besonders stolz. Darüber hinaus sind zahlreiche Fotos zu sehen und kaiserliche Haushaltsgegenstände, beispielsweise eine Tasse aus dem Hochzeitsservice von Kronprinz Rudolf und Stephanie oder ein Glas aus der Hermesvilla.

Da dieses Jahr keine Sonderausstellung gezeigt wird, wurde der zur Verfügung stehende Raum für den Schwerpunkt zu Sisis Heimat verwendet. Fotos zeigen das Geburtshaus Sisis in der Ludwigstraße in München. Dort hatte ihr Vater Herzog Max in Bayern ein eigenes Theater eingerichtet und einen Zirkus im Garten. Seine Pfeife ist zu sehen mit Porzellankopf und Zinndeckel, auf dem eine Streichzither abgebildet ist. Im Sonderraum wird Sisi Kindheit bis zu ihrem 15. Lebensjahr gezeigt und die späteren Besuche der Kaiserin in Possenhofen und Feldafing. Mann-Stein und ihre Stellvertreterin Helga Weiß sind sich sicher: Das neue Arrangement wird die Exponate noch besser zur Geltung bringen.

Das Museum ist von 1. Mai bis 13. Oktober, jeweils freitags bis sonntags und an Feiertagen, 12 bis 18 Uhr, geöffnet. Gruppen können eigene Termine unter Telefon 08157/925932 vereinbaren.