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Mitten in Gauting:Auf den Spuren von Marty McFly

Was düst denn da durch die Straße? Ein Skateboard wie von Geisterhand getrieben. Da hält die Polizei die Kelle aus dem Streifenwagen

Glosse von Michael Berzl

Marty McFly hätte Probleme mit der Polizei bekommen, wenn er ein paar Jahre weiter in die Zukunft gereist wäre und in Gauting statt in Hill Valley unterwegs gewesen wäre. Der junge Mann, der in der Filmkomödie "Zurück in die Zukunft" von Michael J. Fox gespielt wird, ist manchmal mit einem Hoverboard unterwegs, das über der Erde schwebend durch die Luft saust. Ohne ordnungsgemäße Beleuchtung und ohne Versicherung. Das geht natürlich nicht. Auch wenn das Ding Räder hat.

Wie jüngst an der Münchner Straße in Gauting. Ein Ort übrigens, der auch über Tal und Hügel verfügt, was die Fortbewegung per Muskelkraft mitunter beschwerlich macht. Da ist fein raus, wer ein findiger Bastler ist oder über einen fahrbaren Untersatz mit Elektromotor verfügt. Am besten einen mit Licht und Zulassung.

Einen fahrbaren Untersatz, der in vielerlei Hinsicht nicht den Vorschriften entspricht, hat die Polizei am Freitag aus dem Verkehr gezogen. Da war ein 45-jähriger Mann auf eine E-Skateboard unterwegs, mit Elektromotor und Akku unter dem Brett. Mit so einem Gefährt könnten Geschwindigkeiten von bis zu 40 Kilometern pro Stunde erreicht werden und das ohne Muskelkraft, berichtet die Polizei. Das ist schon ganz schön flott. Schneller als in den vielen Tempo-30-Zonen in dem Ort überhaupt erlaubt wäre.

Problematisch ist aus Sicht der Polizei zudem, dass das Brett über keine Bremsen, Haltestange, Licht und ähnliche Sicherungseinrichtungen verfügt. Darum dürfe es nur auf Privatgrund verwendet werden. Das Board wurde sichergestellt, den Fahrer erwartet ein Strafverfahren. Einen Fluxkompensator, um sich wie Marty McFly per Zeitsprung aus dem Staub zu machen, hatte er gerade nicht.

© SZ vom 16.11.2020
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