Kommentar Wachsendes Desinteresse

Ökologisch Wirtschaften belastet? Von wegen - es spart Energie, Ressourcen und damit Kosten. Das bringt der Ökoprofit-Klub auch Mittelständlern nahe.

Von Wolfgang Prochaska

Es gibt Aktionen und Veranstaltungen, die neues oder anderes Denken tiefer in der Öffentlichkeit verankern sollen. Dazu gehört die Aktion Stadtradeln, die dazu beitragen will, sich mehr Gedanken über eine umweltbewusste Mobilität zu machen, und daher für das Radfahren auch im Alltag wirbt. Dazu gehört auch der Ökoprofit-Klub, der 2005 vom Landkreis Starnberg ins Leben gerufen wurde und ebenfalls ein Umweltprojekt ist. Ziel war und ist es, den Umweltgedanken in die Firmen zu tragen und gleichzeitig zu beweisen, dass Ressourcenschonung und Energiesparen durchaus profitabel für die Wirtschaft sein kann. Man spart tatsächlich Ausgaben, also Geld. Gerade in den Anfangsjahren brachte Ökoprofit viel frischen Wind in die mittelständischen Unternehmen des Landkreises, die zwar schon von Effizienz getrieben waren, aber eher konservativ ausgerichtet arbeiteten - also die Ökologie als Belastung empfanden. Auch die Aktion Stadtradeln fand immer mehr Freunde und Mitmacher. Inzwischen machen alle 14 Gemeinden des Landkreises mit.

Trotzdem zeigt sich in diesem Jahr, dass beide Aktionen an ihre Grenzen gekommen sind. Angesichts der stetig geringer werdenden Beteiligung beim Ökoprofit kooperierte der Landkreis mit den Nachbarn in Weilheim beziehungsweise in Bad Tölz-Wolfratshausen, was das wachsende Desinteresse kaschieren sollte. Bei der Aktion Stadtradeln führten die Organisatoren das schlechte Wetter als Argument für die geringere Zahl der Radler an, die mitmachten. So wichtig diese Aktionen in der Vergangenheit waren, sie haben sich in ihrer jetzigen Form überlebt. Jedes mittelständische Unternehmen achtet inzwischen gerade beim Energie- und Ressourcenverbrauch auf strenge Effizienz; und wer die vollen Radständer an den Bahnhöfen sieht, merkt schnell, dass Radfahren im Trend liegt.