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Kommentar:Die Zukunft ist jetzt

Die Robotik eröffnet faszinierende Möglichkeiten

Es ist schwer in Worte zu fassen, was man fühlt, wenn ein Roboter Befehle perfekt ausführt, die ihm aus dem Weltall gegeben wurden. Faszination, klar. Allerdings geht einem auch ein kleiner Schauer über den Nacken. Die verschiedenen Justin-Varianten, die beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bisher entwickelt wurden, kannte man mehr oder weniger. Manche konnten laufen, manche rollen, manche Fenster putzen, manche Bälle fangen. Was am Freitagabend am Standort Oberpfaffenhofen allerdings passiert ist, übertrifft all diese Versionen. Erstmals konnte "Rollin' Justin" aus dem Weltall gesteuert werden. Und wenn diese Tatsache nicht beeindruckt, dann doch die Art und Weise. Denn die Befehle, die Justin ausführen kann, sind so simpel und benutzerfreundlich, dass man sich nach fünf Minuten zuschauen selber dazu im Stande sieht, den Roboter steuern zu können. Und dabei sind die Aktionen, die in Oberpfaffenhofen gezeigt wurden, noch die simpelsten. Schnell geht dann die Fantasie mit einem durch, was noch alles gemacht werden könnte. Ambulante Pflege, gefährliche Arbeiten in Höhlen, Vulkanen und sonst wo. Justin könnte in vielen Feldern die Welt, wie wir sie heute kennen, revolutionieren. Und das mit nur einem Hauch von künstlicher Intelligenz. Das Team um Neal Lii hat mit viel Leidenschaft einen Roboter geschaffen, der eher an Science-Fiction erinnert, als an die Realität. Und jedem, der es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann nur gesagt werden: Die Zukunft ist jetzt.