Gauting Den Bachelor schon in der Tasche

14 Gautinger Oberstufenschüler haben bereits wissenschaftlich gearbeitet. Die Münchner Unis reißen sich nun um sie.

Von Blanche Mamer

GautingFür sie ist die Universität kein Neuland mehr: Schon seit zwei Jahren haben 14 Oberstufenschüler des Otto-von-Taube-Gymnasiums Gauting Vorlesungen und Seminare an der Technischen Universität München besucht. Einen Tag in der Woche setzten sie sich mit naturwissenschaftlichen Problemstellungen auseinander oder arbeiteten an Forschungsprojekten mit. Nun haben die Absolventen des TUM-Kollegs vorige Woche in Garching von Kultusstaatssekretär Bernd Sibler und TU-Vizepräsidentin Regine Keller ihre Abschlusszertifikate erhalten. Die Zulassung zum Studium ist ihnen bereits sicher, zudem haben sie sich mit ihren Leistungen bereits etliche Punkte in ihren jeweiligen Studiengängen gesichert.

Freuen sich über den Erfolg ihrer Seminararbeiten: die TUM-Kollegiaten vom Gautinger Gymnasium Claudia Löschberger, Niels Junker, Janna Feigen und Philipp Baur (von links). Foto: Fuchs

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Vier der Vorzeigeabiturienten, die für ihre Facharbeiten zusätzliche Auszeichnungen bekommen haben, hat das Gymnasium der Öffentlichkeit vorgestellt. So wurde dem 17-jährigen Philipp Baur für seine Arbeit zum Thema "Neutronenstreuung an Saccharose und Glukose" die Anerkennung als Bachelor zugesagt, falls er beim Studienfach Physik bleiben würde. Doch er hat sich anders entschieden, schwankt indes noch zwischen Medizintechnik oder Lebensmittel-Chemie. Er wird aber weiterhin als Werkstudent am Forschungsreaktor in Garching mitarbeiten, wo er in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Führungen mit Schulklassen leitete.

Die Seminararbeit in Chemie der 18-jährigen Claudia Löschberger hat bei der "Konkurrenz-Universität großes Interesse ausgelöst", wie Direktorin Sylke Wischnevsky betont. Ihr Thema: "Kettendynamik in Polyglutaminpeptiden". Die junge Kraillingerin untersuchte den Einfluss von Eiweiß-Bestandteilen bei neurodegenerativen Erkrankungen und bekam dafür den ersten Preis in Chemie der Dr. Hans Riegel-Stiftung und der Ludwig-Maximilians-Universität. Sie hat aber nicht vor, an der LMU Medizin zu studieren, sondern will als Hauptfach an der TU Mathematik belegen, eventuell mit Chemie im Nebenfach.

Dass ihre Schüler von den beiden großen Münchener Universitäten umworben werden, findet Direktorin Wischnevsky besonders beeindruckend. Denn als zweiter TUM-Kollegiat bekam Niels Junker in den Pfingstferien für seine Arbeit "Low-cost Ultraschall-Anemometer" von der LMU einen Fachpreis in Physik überreicht. Der 18-Jährige, der mit drei Jahren von Rumänien nach Deutschland kam, hat am Lehrstuhl für Flugsysteme Windmessungen mit Ultraschallgeräten untersucht. Er hat vor, Elektrotechnik an der TU zu studieren.

Janna Feigen, die in Weihenstephan herausfand, dass die photosynthetische Aktivität exponentiell zur Dichte der Vegetationsdecke steigt, will jetzt erst einmal eine Orientierungsphase einlegen und Praktika machen.

Nicht bei der Vorstellung war Dominik von Mengden, der gerade ein Praktikum in Amerika absolviert. Seine Arbeit am Institut für Luft- und Raumfahrt "Entwicklung und Integration eines Sonnensensors für den Nanosatelliten MOVE" wurde von der TU München einer Bachelorarbeit entsprechend anerkannt und mit der Note 1,3 bewertet.