Stadtwerke-Areal Sendling Weihnachtsfriede

Für das Gasteig-Ausweichquartier wird ein Kompromiss gefunden, den alle bejubeln - auch der Aufsichtsrat

Von Susanne Hermanski

Es wird Weihnachten - auch an der Hans-Preisinger-Straße 8. Das neue, genauere Konzept für die Zwischennutzung des Sendlinger Stadtwerke-Areals durch den Gasteig ist nicht nur in Rekordzeit fertig. Es hat am Donnerstag auch zu allseitigen Glücksbekundungen geführt: "Wir sind alle sehr froh", sagt Mirco Taliercio, einer der Sprecher der bisherigen Mieter des Areals, die befürchtet hatten, weichen zu müssen. "Gemeinsam mit dem Gasteig könnte nach dem neuen Entwurf etwas sehr Attraktives entstehen, was es so in München noch nicht gegeben hat." Max Wagner, der Chef des Gasteigs, jubiliert: "Aus einem vermeintlichen Gegeneinander ist ein produktives Miteinander geworden. Der Knoten ist geplatzt und jetzt können wir dem Stadtrat eine gemeinsame Lösung vorschlagen, die allen Seiten Gewinne bringt."

Weniger freie Flächen blieben auf dem Areal an der Hans-Preisinger-Straße, wenn die "Konsenslösung" zwischen Gasteig und den bisherigen Mietern wirklich umgesetzt werden sollte.

(Foto: Clemens Bachmann Architekten)

Und auch im Gasteig-Aufsichtsrat wurde der neue Entwurf positiv aufgenommen. Sein Vorsitzender, Bürgermeister Josef Schmid, sagt: "Mit dem jetzigen Vorschlag ist dem Gasteig sowie dem Architekturbüro vor Ort ein großer Wurf gelungen."

Die Quintessenz des Vorschlags: Wenn das Gelände mit Modulbauten stark nachverdichtet wird, ist es möglich, Philharmonie, Musikhochschule, Teile der Stadtbibliothek, die Musikbibliothek und die Volkshochschule auf dem Areal für die Zeit der Renovierung des Gasteigs unterzubringen und trotzdem die allermeisten bisherigen Mieter dort zu belassen. Dafür müsste man eine der kleineren bisherigen Hallen abreißen. An deren Stelle und auf den vorhandenen Freiflächen würden dann Containerbauten errichtet, in denen die Gasteig-Institutionen Platz fänden. Deren Module würden bis zu sechs Stockwerke hoch aufgeschichtet. Um zu klären, ob solche Giebelhöhen infrage kommen, muss bei der Lokalbaukommission noch eine Voranfrage eingereicht werden.

Es soll ein Kompromiss für das Gasteig-Ausweichquartier gefunden werden.

(Foto: Clemens Bachmann Architekten)

Für die Philharmonie ist in den Plänen weiterhin ein hölzerner Zwillingsbau zur großen Haupthalle hin vorgesehen. Aus dieser ehemaligen Trafohalle wiederum müssten einige bisherige Mieter ausziehen. Auch für sie ließe sich in den bestehenden Bauten noch Platz finden, nicht aber für die Mieter der Halle, die laut Plan abgerissen werden soll. Dort sitzt derzeit der städtisch geförderte Verein Mobilspiel. Er nutzt die Halle, um seine Bauwagen voller Spiele und Geschirr unterzubringen und um seine zahlreichen Hüpfburgen zu trocknen. Derlei Ausrüstung verleiht der ökologisch und kulturell engagierte Verein für Festivitäten. Für Mobilspiel wolle man aber gemeinsam einen anderen Ort in der Stadt finden, damit sich der Verein am Ende nicht als "Opfer der Konsenslösung" fühlen müsse, sagten Wagner und der Architekt Clemens Bachmann, der Urheber dieses Konzepts.

Der Kompromiss hat am Donnerstag auch zu allseitigen Glücksbekundungen geführt.

(Foto: Clemens Bachmann Architekten)

Der Stadtrat wird Mitte Januar 2018 entscheiden, ob die Hans-Preisinger-Straße 8 als Ausweichareal für den Gasteig dient und ob er die entsprechenden finanziellen Mittel dafür bewilligt. Über die genaue Umsetzung wird er nicht befinden. Das neue Konsenskonzept dient nur als Diskussionsgrundlage für ihn; ob es realisiert wird, ist offen.