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Hockey:Nicht gerade der Lieblingsgegner

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"Wir bereiten wir uns darauf vor, dass das sehr unangenehme Spiele werden", sagt Münchens Abwehrchefin Philin Bolle.

(Foto: Oliver Zimmermann/foto2press / Imago)

Münchens Hockeyfrauen starten am Sonntag in die Erstliga-Playdowns. Die Best-of-three-Serie gegen die Zehlendorfer Wespen dürfte vor allem im Kopf entschieden werden.

Von Katrin Freiburghaus, München

Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin, und ihr Trainer André Schriever sagt: "Im Grunde sind diese Entscheidungsspiele doch genau der Grund dafür, dass wir das alle machen." Was verdächtig nach Pokalfinale im Fußball klingt, ist in Wahrheit nicht ganz so euphorisierend. André Schriever trainiert die Hockey-Frauen des Münchner Sportclubs, und die starten am kommenden Sonntag in Berlin Zehlendorf in eine Best-of-three-Serie - gegen den Abstieg in die Zweitklassigkeit.

Die Hauptrunde der pandemiebedingt auf zwei Jahre gestreckten Saison 2019/21 haben sie in der Zwölfer-Liga als Zehnte beendet. Zwar steigen lediglich zwei Teams ab, die allerdings werden in zwei Playdown-Paarungen ermittelt. Die Tabelle wurde zu diesem Zweck in zwei Staffeln geteilt, der MSC ist Vorletzter der Staffel A und spielt nun gegen die Zehlendorfer Wespen, Letzte der Staffel B. Auf dem Papier sind die Randberlinerinnen ein dankbarer Gegner: Aus den fünf Partien der halbierten Rückrunde stehen 2:26 Tore für sie zu Buche.

Obwohl er betont, dass "solche Duelle zu 50 Prozent im Kopf entschieden werden", sagt Schriever deshalb auch klar: "Wir sind die stärkere Mannschaft, auf jeder Position besser besetzt und da machen wir uns auch nicht kleiner als wir sind." Es werde vor allem um den Fokus auf die eigene Stärke und darum gehen, "die Ruhe zu bewahren und geduldig zu spielen", denn Zehlendorfs destruktive, kampfbetonte Spielweise liegt dem MSC eher nicht. Die stärksten Leistungen lieferte Schrievers Team während der gesamten Saison gegen vermeintlich übermächtige Gegner ab, die das Spiel machten und Kontermöglichkeiten eröffneten. "Wir spielen selber besser, wenn der Gegner stark ist, deshalb bereiten wir uns darauf vor, dass das sehr unangenehme Spiele werden", sagt Abwehrchefin Philin Bolle.

"Wir haben als einziges Team noch nicht gegen die Wespen gewonnen", räumt Trainer Schriever ein

Zumal Zehlendorf bislang zwar lediglich einen Saisonsieg verbuchte, diesen aber ausgerechnet gegen den MSC. "Wir haben als einziges Team noch nicht gegen die Wespen gewonnen", räumt Schriever ein. Ein 1:1 und ein 0:2 stehen aus dem Herbst 2019 und 2020 zu Buche. Die Formkurve des MSC zeigte zuletzt allerdings trotz vieler verletzter Spielerinnen nach oben, während sich bei den Wespen ein gegenläufiger Trend abzeichnete. Die Stimmung vor der ersten Partie an diesem Sonntag ist dann auch nicht so, wie man sie vor einem Duell gegen den Abstieg erwarten würde.

Das mag damit zusammenhängen, dass der MSC viel Zeit hatte, sich an die Aussicht zu gewöhnen, dass zwei oder - im Falle eines Entscheidungsspiels - drei Spiele über das Gelingen der kompletten Saison entscheiden. Nach einem schwachen Saisonstart hatte das deutlich verjüngte Team zunächst fast ein Jahr gebraucht, um sich als Kollektiv zu finden; tabellarisch hatte bereits zu diesem Zeitpunkt kaum noch Aussicht darauf bestanden, es in die Playoffs zu schaffen. Insofern dürfte der Schreckmoment bereits ein gutes halbes Jahr zurückliegen. "Aus diesem Grund war seitdem eigentlich alles eine Vorbereitung auf diese beiden Spiele", sagt Bolle. Allen sei bewusst, "was auf dem Spiel steht", fügt sie hinzu, und klingt dabei so, als würde sie das eher als Ansporn denn Hemmnis werten.

Bolle gehörte nach einer Meniskus-OP zu den Spielerinnen, die den Frühling ohne Ergebnisdruck dazu nutzten, alte oder nicht ausgeheilte Verletzungen auszukurieren und erst anschließend ins Team zurückzukehren. Mit Ausnahme von Mareike Konsek, die sich das Kreuzband riss, hat die Zeit für alle im Kader gereicht. "Wir können in Bestbesetzung auflaufen", sagt Schriever. Wenn die Mannschaft "ihre normale Leistung" abrufe, habe er keinen Zweifel daran, "dass wir zwei Spiele gewinnen".

© SZ/sewi
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