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Spenden sammeln für Umweltschutz:Paddelnd Zeichen setzen

"Zur Wiesn schaff ich es leider nicht": Pascal Rösler ist im September noch unterwegs. Der Stand-up-Paddler legt 2500 Kilometer auf Isar und Donau zurück.

(Foto: Stephan Rumpf)

Pascal Rösler legt 2500 Kilometer auf Isar und Donau zurück

Die Lederhosen legt Pascal Rösler ab, bevor er auf sein Board steigt. Mehr als zwei Monate auf dem Wasser - dafür braucht auch ein waschechter Bayer seine Sportmontur. 2500 Kilometer will der Stand-upPaddler auf Isar und Donau mit seinem Board von München über Budapest und Belgrad bis ans Schwarze Meer zurücklegen. Sein Projekt, sagt er, dient dem Umweltschutz.

Es ist für Rösler nicht das erste Mal. Bereits 2016 paddelte der 44-Jährige stehend zwölf Tage lang bis nach Wien und legte so 500 Kilometer auf dem Wasser zurück. Das Paddeln, sagt er heute, hat sein Leben verändert: "Jahrelang hab ich nach etwas gesucht, das ich wirklich machen will, und jetzt habe ich es gefunden." Rösler paddelt nicht einfach so, Rösler paddelt für den guten Zweck. Die Spenden seiner Tour von 2016 in Höhe von 8500 Euro gingen an den Bayerischen Naturschutzfonds. Auch dieses Mal soll wieder ordentlich etwas zusammenkommen. Es werde für alles mögliche Werbung gemacht, "warum werben wir eigentlich nicht für die Natur?", fragt der Sportler, der auf seinem Board unterhalb der Max Josef-Brücke steht und sich auf die Abfahrt vorbereitet. Er will mit dem Paddel ein Zeichen setzen, sich für Wasserbildung, die Renaturierung der Gewässer und internationale Wasserprojekte einsetzen. Dazu hat er den gemeinnützigen Verein "Pure Water for Generations" gegründet. Unterstützt wird er in seinem Vorhaben von einem Team von Umweltfreunden. Auf seiner Reise begleiten ihn, wie im vergangenen Jahr, immer wieder Mitpaddler. Etwa 30 haben sich für die Strecke von Freising bis nach Landshut angekündigt.

Zehn Länder wird der Paddler bis zum September durchqueren. "Zur Wiesn schaffe ich es leider nicht", kündigt er schon einmal an. Er wolle sich nicht hetzen. Die Fahrt sei schließlich auch "eine Reise zu mir selbst". Dennoch: im Mittelpunkt, das betont Rösler immer wieder, stehe nicht er. Deshalb bittet er seine Freunde, die zum Abschied gekommen sind, um einen Moment der Stille. Alle gucken andächtig auf die Isar, auf der Rösler gleich davon treiben wird. Richtung Freising, der ersten Station seiner Reise. Viel hat Pascal Rösler auf dem Board nicht dabei: Bei einem braven Bayern darf eine Brezn allerdings nicht fehlen; die verstaut der Paddler im wasserdichten Beutel im kleinen Sportrucksack. Dann geht es für ihn ins Wasser. "Bin dann mal weg", ruft er über die Schulter. Und paddelt los.

© SZ vom 21.07.2017
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