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Schulprobleme:Direkter Draht zu den Eltern

Bürgermeisterin Verena Dietl lädt einmal im Monat zum Runden Tisch

Von Anna Hoben

Bräuchte es eine FFP2-Maskenpflicht für Lehrkräfte und Erzieher? Ist die Wiederaufnahme des normalen Schulbetriebs an eine Impfquote geknüpft? Und wann beginnen überhaupt die Impfungen für Lehrer und Kitapersonal in München? Das sind ein paar der Fragen, die Elternvertreter von Schulen, Kitas und Horten Münchens Dritter Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) am Donnerstag gestellt haben. Runder Tisch nennt sich das Treffen, das seit September einmal im Monat stattfindet - auch wenn dafür zurzeit jeder an seinem eigenen Tisch vor einem eckigen Bildschirm sitzt, zumeist im Home-Office.

Auch Vertreter der städtischen Referate für Gesundheit sowie für Bildung und Sport sind dabei, außerdem Vertreter der Initiative Familien in der Krise und eine Vertreterin vom Stadtschülerrat. Für Dietl sind die Elternbeiräte wichtig als Multiplikatoren, weil sie direkten Kontakt zu anderen Eltern haben. Die Beiräte wiederum freuen sich sehr über diese Möglichkeit. Dietl sei "immer offen für unsere Anliegen", sagt etwa Daniel Gromotka vom gemeinsamen Elternbeirat der städtischen Horte und Tagesheime. Umgekehrt ist der runde Tisch auch für die Bürgermeisterin ein wichtiger Kanal, falls es in den Einrichtungen vereinzelt Probleme gibt.

Das scheint zum Beispiel der Fall zu sein bei der Nachmittagsbetreuung in manchen Horten. Während die Kinder in den Schulen in getrennten Gruppen lernen, werden sie im Hort mitunter bunt neu zusammengemischt, wie die Elternbeiräte berichten. Das Thema gab es im Oktober schon, man habe damals bereits viel Unterstützung von der Stadt erhalten, versichern die Beiräte; jetzt höre man wieder von solchen Fällen. Eine Vertreterin des Bildungsreferats sichert zu, sich um das Problem zu kümmern. Ihrem Eindruck nach sei der Großteil der Einrichtungen jedoch gut organisiert, sagt Verena Dietl.

Der stellvertretende Leiter des Gesundheitsreferats, Rudolf Fuchs, berichtet von den Planungen für die Impfungen der Lehrkräfte und Erzieher. Er sei "vorsichtig optimistisch, dass es noch spürbar vor Ende März" losgehen könne, sagt er. Und er ist zuversichtlich, dass nicht alle zum Impfzentrum in Riem fahren müssen, sondern dass es andere Lösungen geben wird. Es geht dann noch um sogenannte CO₂-Ampeln für Klassenzimmer, um Schnelltests und darum, wie die Kommunikation mit den Eltern in Kitas bei einem Corona-Verdachtsfall geregelt ist. Hier gibt es wohl noch Verbesserungsbedarf. Und es geht, schließlich, um Tablets für Schülerinnen und Schüler, die zu Hause kein digitales Endgerät zur Verfügung haben. Manche Kinder säßen nach einem Jahr Pandemie immer noch ohne Gerät zu Hause, sagt eine Elternvertreterin - das könne nicht sein. 8200 sind bereits verliehen worden, berichtet ein Vertreter des Bildungsreferats; aktuell läuft eine weitere Großbestellung mit Geräten, die vor allem an Grundschulen gebraucht werden.

© SZ vom 05.03.2021
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