Sanierungsbedürftiges Museum Neue Pinakothek schließt für fünf Wochen

Schwer sanierungsbedürftig: die Neue Pinakothek.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Statt für fünf Tage, wie zunächst geplant, wird die Neue Pinakothek nun für fünf Wochen geschlossen.
  • Grund sind die aufwendigen Vorarbeiten für die geplante Generalsanierung des Hauses.
  • Erst Mitte Oktober wird das Museum wieder öffnen.
Von Evelyn Vogel

Auf der Website des Museums ist nur der dürre Hinweis zu lesen: "Bedauerlicherweise ist die Neue Pinakothek derzeit geschlossen." Und auch die Pressemitteilung gibt nur wenig mehr Aufschluss darüber, warum die Neue Pinakothek voraussichtlich erst Mitte Oktober wieder geöffnet sein wird. Hier heißt es, die Schließung sei notwendig aufgrund "technischer Prüfungen", und es wurden "technische Maßnahmen eingeleitet, deren Umsetzung nicht im laufenden Betrieb möglich" sind.

Warum aus fünf Tagen fünf Wochen werden

So werden aus geplanten fünf Tagen vorübergehender Schließung, die am Freitag vergangener Woche angekündigt worden waren, satte fünf Wochen, in denen das Museum mit seiner bedeutsamen Sammlung von Werken des 19. Jahrhunderts nicht zugänglich ist.

Dass die Neue Pinakothek mächtig sanierungsbedürftig ist, ist seit langem bekannt. Nach derzeitigem Planungsstand soll das 1981 eröffnete Haus spätestens Ende 2017 dicht machen für eine Generalsanierung, die mindestens vier Jahre dauern wird. Dafür wird das gesamte Haus geräumt.

Vom Depot bis zum Dach müssen sämtliche Kunstwerke ebenso raus wie die vielen Mitarbeiter der Pinakotheken, die fast alle ihre Büros in der Neuen Pinakothek haben; außerdem muss das für die Restaurierung zuständige Doerner-Institut, das ebenfalls hier untergebracht ist, umziehen. 70 bis 80 Millionen Euro soll die Runderneuerung den Freistaat kosten. Am vordringlichsten bei den vielen anstehenden Maßnahmen ist der Brandschutz.

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Was derzeit in der Neuen Pinakothek gemacht wird und warum aus einigen Tagen vorübergehender Schließung gleich etwas mehr als ein ganzer Monat wird, erklärt Martin Schawe, stellvertretender Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, in etwa so: Der Ablaufplan sah vor, dass man im September im Zuge der technischen Prüfungen auch die Lüftungsanlage unter die Lupe nimmt. Dann sollte von diesem Donnerstag an wieder geöffnet werden.

Warum das nur ein erster Vorgeschmack ist

Anfang Oktober hätte man aber wieder schließen müssen, weil da im Eingangsbereich zu den Galeriesälen hin Brandschutztüren eingebaut werden müssen. Nun hat man festgestellt, dass aktuellen Tests mehr Zeit benötigen als gedacht. Da man nicht genau weiß, wie lange sich das hinzieht, hat man sich entschlossen, das Museum erst wieder nach dem Einbau der Brandschutztüren zu öffnen. "Alle diese Maßnahmen dienen dazu, weiterhin den sicheren Betrieb des Hauses zu garantieren", betont Schawe.

Gebohrt und gebaggert wird sowieso schon die ganze Zeit. Bisher haben die Besucher davon nichts mitbekommen. Dies dürfte nur ein erster Vorgeschmack auf die Unbill sein, die das Publikum in nächster Zeit erwartet. Denn man kann sich fast ausrechnen, dass es bis zur Sanierung noch zu weiteren überraschenden Schließtagen kommen wird.