Sanierung des IHK-Stammhauses Verplante Zentrale

Die Zentrale der IHK wird intern das "Juwel" genannt. Derzeit wird sie saniert.

(Foto: Stephan Rumpf)

Bei der Sanierung des IHK-Stammhauses in München läuft einiges schief: Mit dem ehemaligen Generalplaner streitet man weiter um viel Geld, der Bau ruht bis auf Weiteres - und dann ist da noch die Sache mit dem teuren Beratervertrag.

Von Katja Riedel

Die Münchner Max-Joseph-Straße ist so etwas wie das Machtzentrum der Bayerischen Wirtschaft. Nicht ihre größten Unternehmen, aber ihre mächtigsten Verbände sitzen dort: die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, die Handwerkskammern, und eigentlich auch die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK). Doch für Letztere ist ihr Stammhaus mit der Nummer 2 vor allem eines: eine Riesenbaustelle, in der so schnell niemand arbeiten wird. Noch dazu eine, die nicht nur mächtig Geld kostet, sondern zuletzt auch eine Menge Ärger bereitet hat. Denn seit Monaten ruht der Bau - eine teure Angelegenheit. Jeder Monat kostet 200 000 Euro Miete im Ausweichquartier im Osten Münchens.

Völlig überraschend hatte sich die IHK im vergangenen Jahr von ihrem Generalplaner getrennt, einem renommierten Münchner Unternehmen. Man habe "die Reißleine gezogen", noch bevor die auf gut 73 Millionen Euro taxierte Sanierung in die Bauphase ging. Bis zum Herbst muss der neue Generalplaner nun ein neues Sanierungskonzept entwickeln, alle Gewerke müssen danach europaweit ausgeschrieben werden.

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Was genau mit dem ursprünglichen Generalplaner schiefgelaufen ist, dazu will sich die IHK nicht äußern. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, heißt es. Seit mehr als einem Jahr müht man sich um eine außergerichtliche Einigung. Wann eine solche gefunden werden könne? Das werde noch Zeit in Anspruch nehmen, heißt es. Der Streit dreht sich um die Höhe des Honorars für die Planungsleistungen, und da gehen die Vorstellungen auseinander.

Schlussrechnung in Höhe von 9,16 Millionen Euro

Eine Schlussrechnung, die der ursprüngliche Planer Anfang dieses Jahres an die IHK verschickte und die der SZ vorliegt, beläuft sich auf etwa 9,16 Millionen Euro, wovon knapp 4,5 Millionen schon gezahlt sind, zuzüglich einer Sonderzahlung in Höhe von 800 000 Euro, die erst kurz vor der Trennung, am 26. August, überwiesen wurde. Letztere könne zurückgefordert werden, heißt es bei der IHK. Geschehen ist dies demnach aber noch nicht.

Die Schlussrechnung akzeptiert die IHK nicht. Diese weise Mängel auf, belege nicht den Leistungsstand. Seltsam ist auch, dass die Schlussrechnung sich auf einen Vertrag vom 12. August 2010 bezieht. Die IHK-Vollversammlung beauftragte das Unternehmen nämlich erst im März 2011 mit der Generalplanung. Die Firma sei am 8. Februar 2010 erstmals beauftragt worden, Schäden festzustellen und eine Grobschätzung zu erstellen, heißt es dazu bei der IHK.